merken

Sport

Dresdner Handballer erkämpfen Remis

In der Defensive steht das Team von Rico Göde sicher, aber was vorn passiert, macht den Trainer fassungslos. Trotzdem ist ein Punkt gegen Hüttenberg im Abstiegskampf viel wert.

Tim-Philip Jurgeleit ist einer der Schlüsselspieler beim Dresdner Punktgewinn.
Tim-Philip Jurgeleit ist einer der Schlüsselspieler beim Dresdner Punktgewinn. © Matthias Rietschel

Überschäumende Freude wollte beim HC Elbflorenz nicht aufkommen. Dabei sind die Dresdner die Gewinner des 33. Spieltages in der 2. Handball-Bundesliga. Zumindest im Tabellenkeller. Und das, obwohl die Gastgeber am Sonntagabend vor 2.184 Zuschauern in der Ballsportarena gegen den TV Hüttenberg „nur“ ein 18:18-Remis (5:9) erkämpften.

Doch die Dramaturgie dieser Partie dürfte den Sachsen wohl den Nerv für ausgelassenere Stimmung geraubt haben. Die erste Halbzeit wertet Trainer Rico Göde als die „grausamste“ seiner noch kurzen Amtszeit. Die Mannschaft des 37-Jährigen leistete in der Abwehr solide, teilweise sogar hervorragende Arbeit. Jedoch ging sie dafür im Angriff umso fahrlässiger mit ihren Möglichkeiten um. Immer wieder scheiterten die Hausherren am überragenden Gäste-Schlussmann Nikolai Weber, der im ersten Durchgang eine beinahe aberwitzig gigantische Quote von 68 Prozent gehaltener Bälle für sich verzeichnete, am Ende waren es sehr gute 45 Prozent. Darunter drei Siebenmeter von drei verschiedenen Schützen: Nils Kretschmer, Julius Dierberg und Gabor Pulay.

Die Stadt Apotheken Dresden sind für Sie da

Die Stadt Apotheken Dresden unterstützen Sie bei einer gesunden Lebensweise und stehen Ihnen sowohl mit präventiven als auch mit therapeutischen Maßnahmen, Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten zur Seite.

In diese Auflistung reihte sich dann zu Beginn der zweiten Hälfte auch noch Nils Gugisch ein, der den vierten Strafwurf der Hausherren in Serie vergab, als er an Webers rechtem Fuß scheiterte. „Was wir in den ersten 45 Minuten machen, ist nicht das, was wir im Abstiegskampf brauchen“, haderte Göde nach der Partie. Auch der ehemalige Profi wird sich gewundert haben, weshalb just in jenem Zeitraum die Mannschaft die giftigere, die galligere, die kratzbürstigere war, für die es als guter Tabellenzehnter im Ligaendspurt praktisch um nicht mehr viel geht.

Der fünfte Werfer trifft vom Punkt

Dresdens Sebastian Gress (r.) setzt sich in diesem harten Zweikampf durch - für den HC Elbflorenz reicht es am Ende zum Unentschieden.
Dresdens Sebastian Gress (r.) setzt sich in diesem harten Zweikampf durch - für den HC Elbflorenz reicht es am Ende zum Unentschieden. © Matthias Rietschel

Ganz im Gegensatz zum HC Elbflorenz. Der packte in der Schlussphase seine kleine Chance beim Schopf – nach dem 11:16 (45.). Da schritt Tim-Philip Jurgeleit als insgesamt fünfter Dresdner Schütze zum Strafwurf. Der 29-jährige gebürtige Flensburger verwandelte eiskalt – wie auch die drei nächsten Siebenmeter. Mit dem letzten setzte er den Schlusspunkt zum 18:18. Den letzten Wurf der Gäste durch Ragnar Johannsson lenkte in der Schlusssekunde Dresdens Torhüter Mario Huhnstock um den Pfosten. „Das habe ich noch nie erlebt, dass wir fünf Siebenmeter in einem Spiel verballern. Ich mache mir da keinen Kopf. Ich gehe dahin und will das Ding reinschmeißen“, schildert Jurgeleit.

„Das ist ein Punktgewinn, den wir uns mit Mann und Maus erkämpft haben. Wir spielen gegen den Abstieg, da ist jeder Zähler ein Punktgewinn“, erklärt der Mann, der mit fünf Toren und seinen starken Nerven letztlich maßgeblich dazu beitrug, dass seine Mannschaft noch einmal in das zuvor vergurkte Spiel zurückfand. „Wir hätten von Anfang an die Stimmung finden müssen wie in der Schlussphase. Dass das nicht immer gelingt, ist menschlich. Aber wir dürfen das nicht dem Zufall überlassen“, monierte Kapitän Huhnstock. „Ich hätte mir in der ersten Halbzeit gewünscht, dass wir mit 15, 20 Prozent mehr dabei sind“, erklärte der 33-Jährige. „Nikolai Weber ist ein sehr erfahrener Torhüter, aber wenn man so viele freie Chancen verknallt, liegt das nicht nur am Torhüter“, betonte der Dresdner Schlussmann.

Es wird nach dem Auftritt gegen Hüttenberg Gesprächsbedarf in Dresden geben. Und das ist gut so. „Ab der 45. Minute kann ich meiner Mannschaft alles bestätigen, was man im Abstiegskampf braucht. Vielleicht ist der Punkt nicht ganz verdient, aber am Ende ist mir das egal“, sagte Göde. Der frühere Kreisläufer will diese Botschaft genauso an sein Team transportieren. „Ich bin gerade nicht so erfreut, weil mich die 45 Minuten davor nerven. Wie wir dann kämpfen, war super. Ich werde das Gute mitnehmen. Wir können das.“