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Was ein Handballer im Hangar macht

Abenteuer Arbeitswelt: Bastian Roscheck spielt beim Bundesligisten SC DHfK Leipzig. Den Ausgleich zum Leistungssport findet er am Flughafen.

Handballer im Hangar: Bastian Roscheck.
Handballer im Hangar: Bastian Roscheck. © dpa/Jan Woitas

Von Tom Bachmann

Leipzig. Überzeugt hat Bastian Roscheck am Ende eine Nachtwanderung. Vor gut zwei Jahren versammelten die Handballer des SC DHfK Leipzig sich zu fortgeschrittener Stunde am DHL-Hub am Schkeuditzer Flughafen und ließen sich durch die Welt des Logistik-Riesen führen. Das hat den 29-Jährigen so beeindruckt, dass er ab September öfter raus zu dem gewaltigen Hangar fährt, dann aber zum Arbeiten, sozusagen als Nebenjob zur Rolle des Abwehrchefs in der Bundesliga.

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"Ich bin vom Typ her nicht so, dass ich nur Handball spiele. Das tut mir nicht gut und meiner Frau auch nicht", sagt Roscheck und grinst. Für einigen Stunden in der Woche arbeitet er künftig in der Personalabteilung des Unternehmens. "Ich fühle mich sehr wohl damit, in ein anderes Umfeld zu kommen. Jeder Sportler braucht seinen Ausgleich. Der eine spielt Golf. Der andere hat einen Hund." Und Roscheck geht eben arbeiten.

Bis Dezember büffelte der knallharte Abwehrspieler an seinem Master in Wirtschaftspsychologie. Nun will er sein Wissen in der Praxis anwenden. "Das stresst mich nicht zusätzlich. Die Zeit, die ich vorher für das Studium gebraucht habe, verwende ich nun eben für die Arbeit", sagt Roscheck. Der Sport leide auf keinen Fall darunter.

Trikotpräsentation mal anders: Bastian Roscheck lässt das Shirt am Schkeuditzer Flughafen schweben.
Trikotpräsentation mal anders: Bastian Roscheck lässt das Shirt am Schkeuditzer Flughafen schweben. © dpa/Jan Woitas

Von seinem Chef bekommt Roscheck für das Abenteuer Arbeitswelt volle Rückendeckung. "Basti ist sehr fleißig und professionell. Schon sein Studium hat sehr viel Selbstdisziplin erfordert. Er bekommt das hin" sagt Trainer André Haber. Ihn wundere es nicht, dass Roscheck sich neben dem Sport noch eine weitere Herausforderung gesucht hat.

Als Herausforderung ist auch die Vorbereitung auf die neue Saison anzusehen. Seit vier Wochen trainieren die DHfK-Handballer wieder. Und mittlerweile sind die Profis fast soweit, zweimal am Tag trainieren zu können. Der behutsame Aufbau war nach der langen Corona-Pause von drei Monaten zwingend. "Bisher hat sich niemand muskulär verletzt. Das zeigt mir, dass wir auf dem richtigen Weg sind" sagt Haber.

Auf dem Weg in die Frachtmaschine: Bastian Roscheck posiert auf der Leiter zum Transportflugzeug.
Auf dem Weg in die Frachtmaschine: Bastian Roscheck posiert auf der Leiter zum Transportflugzeug. © dpa/Jan Woitas

Dieser Weg soll noch in der Vorbereitung zu Spielen mit Zuschauern führen. Um zu sehen, wie die Chancen stehen, guckt Roscheck täglich ins Internet. "Ich schaue immer nach den Zahlen, ob wir eine zweite Welle fürchten müssen", sagt er. Roscheck sehnt sich nicht nur nach dem Wettkampf, sondern vor allem nach Spielen mit Zuschauern.

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Die ersten Tests finden noch vor einer Geisterkulisse statt. Und da für die Bundesliga längst noch nicht sicher ist, ob vor Zuschauern gespielt werden kann, will man dort den Ernstfall proben. "Da kann man sich in den Modus bringen, und ich denke, der Trainer probiert einige Dinge aus, wie er uns motivieren kann", sagt Roscheck. (dpa)

Mit Ralph Wondrak, Chef der Geschäftsführung des DHL Hub Leipzig, im Cockpit: Bastian Roscheck.
Mit Ralph Wondrak, Chef der Geschäftsführung des DHL Hub Leipzig, im Cockpit: Bastian Roscheck. © dpa/Jan Woitas

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