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Sport

Handballer lösen EM-Ticket

Nach dem Sieg gegen Polen kann der Bundestrainer zwar frühzeitig für das Turnier im Januar planen, aber auf ihn und die meisten seiner Spieler wartet noch viel Arbeit.

Kapitän Uwe Gensheimer spielt erneut stark. © dpa/Guido Kirchner

Uwe Gensheimer war stolz. Nach dem 29:24 (16:16) gegen Polen und der dadurch perfekten Qualifikation für die Europameisterschaft ließen sich der Kapitän und die deutschen Handballer am Sonnabend noch lange vom Publikum im westfälischen Halle feiern. Dank seiner zehn Tore ist der Weltklasse-Linksaußen mit jetzt 828 Treffern drittbester Schütze in der Geschichte des nationalen Verbandes DHB. "Das ist eine schöne Auszeichnung", sagte Gensheimer. Auch Bundestrainer Christian Prokop lobte ihn. "Er hat eine fantastische Leistung gebracht", sagte der 40-Jährige.

In der ewigen DHB-Torschützenliste stehen nur der Rostocker Frank-Michael Wahl mit 1412 Toren und der Braunschweiger Christian Schwarzer mit 966 Treffern vor dem Mannheimer.  "Wenn man sich so ein Klassement anschaut, macht es einen schon stolz", sagte der 32-Jährige. Genauso freute es ihn, dass die deutsche Auswahl zwei Spiele vor Abschluss der EM-Qualifikation mit nun 8:0 Punkten nicht mehr von einem der ersten beiden Plätze ihrer Gruppe zu verdrängen ist. Somit kann Prokop frühzeitig für die EM im Januar in Österreich, Norwegen und Schweden planen.

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Außer Gensheimer fand aber beinahe kein deutscher Spieler vor den 10400 Zuschauern in der ausverkauften Arena zu seiner Bestform. In der Offensive vergab die DHB-Mannschaft teils beste Chancen, und auch in der Abwehr offenbarte sie besonders im ersten Abschnitt ungewohnte Schwächen. Bis zur Halbzeitpause kassierte der WM-Vierte 16 Gegentore und dadurch beinahe so viele wie beim 26:18-Hinspielerfolg in Polen am Mittwoch in einer Stunde. "Wenn die Abwehr nicht so funktioniert, dann kommen wir auch nicht ins Tempospiel", sagte Prokop. Dass es nicht noch mehr Gegentreffer gab, lag an Torhüter Silvio Heinevetter, der gerade in der Anfangsphase gute Paraden zeigte.

Ansonsten haperte es im deutschen Spiel an vielen Stellen. Prokop forderte Torgefahr aus dem Rückraum, aber Fabian Böhm und Steffen Weinhold sowie die Kreisläufer Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek verpassten es, für eine beruhigende Führung zu sorgen. Die Polen dagegen nutzten viele ihrer Gelegenheiten und lagen nach zehn Minuten erstmals in Führung. Erst drei Minuten vor der Pause konnte das DHB-Team das Spiel wieder zu seinen Gunsten drehen. Doch die teils erschreckende Verwertung der eigenen Möglichkeiten setzte sich auch zu Beginn des zweiten Durchgangs fort.

Immer wieder scheiterten die Würfe aus dem Rückraum an Polens phasenweise überragendem Torwart Mateusz Kornecki. Dass die international zweitklassigen Gäste nicht davon zogen, lag allein an ihren spielerischen Mängeln. Stattdessen fand die deutsche Auswahl zumindest etwas besser ins Spiel und baute ihre Führung aus. Mit Blick auf die EM hat Prokops Mannschaft bis auf Gensheimer und den auch im zweiten Durchgang starken Heinevetter aber noch großes Steigerungspotenzial. (dpa)