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Handelskammer braucht Prüfer

Mehr als 35 000 Prüfungen jährlich nehmen die Industrie- und Handelskammern in Sachsen bei Auszubildenden ab. Dabei sind immer auch ehrenamtliche Prüfer im Einsatz - doch die Freiwilligen werden knapp.

Für die Prüfungen von Auszubildenden in Sachsen fehlen Ehrenamtliche. In Leipzig müssten bis Oktober 20 Prozent der Prüferstellen bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) neu besetzt werden, teilte Hauptgeschäftsführer Thomas Hofmann mit. Generell würden die Ausschüsse alle fünf Jahre neu berufen. Weil mehrere Prüfer ausscheiden, sei der Bedarf gestiegen. Grund hierfür ist den Angaben zufolge zum einen das Alter der Ehrenamtler. Zum anderen würden viele Unternehmen die Mitarbeiter nicht mehr freistellen, sagte Hofmann.

Insgesamt sind in Leipzig etwa 1800 Ehrenamtliche bei den jährlich rund 11 000 Abschluss- und Zwischenprüfungen im Einsatz. Besonderer Bedarf bestehe derzeit bei Berufen wie Einzelhandelskaufmann, Mediengestaltern oder Rohrleitungsbauern.

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Auch in Dresden sei die Suche nach Prüfern ein „Dauerthema“, sagte ein Sprecher der dortigen IHK. Das Durchschnittsalter der Freiwilligen steige, einige schieden ganz aus dem Beruf aus. Mögliche Nachfolger müssten Interesse an dem Ehrenamt haben. Zudem müsse der Arbeitgeber bereit sein, den Mitarbeiter freizustellen. Letzteres sei nicht immer der Fall.

Im Bereich der IHK Dresden sind momentan mehr als 3 000 Freiwillige als Prüfer beschäftigt. „Ohne sie würde das System zusammenbrechen“, sagte der Sprecher. Deswegen mache sich die IHK Gedanken, wie das Ehrenamt zukünftig attraktiver gestaltet werden könne.

Rund 2 000 Freiwillige sind bei der Industrie- und Handelskammer in Chemnitz im Einsatz. Auch dort werden regelmäßig neue Prüfer gebraucht. Problematisch sei zudem, dass nicht immer alle Prüfer zu den festgelegten Terminen verfügbar seien, sagte die Geschäftsführerin in Chemnitz, Gabriele Hecker. Darum sei das Ziel, einen stabilen und abrufbaren Pool in allen Bereichen zu etablieren. (dpa)