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Handelt Eigentümer jetzt endlich?

Der Bremer Philipp Metz will am Sonntag den Startschuss zur Wiederbelebung des Weinberghauses in Görlitz geben.

© nikolaischmidt.de

Von Ingo Kramer

Görlitz. Das junge Paar sitzt bei Kaffee und Kuchen im Weinberghaus. Durch die großen Fenster reicht der Blick über das Volksbad und das weite Tal der Neiße. Nichts auf der Welt kann diesen Ausblick toppen. Ungefähr so stellt sich Philipp Metz die Szenen vor, die sich zwischen 1890 und 1988 hier zugetragen haben – fast 100 Jahre lang. „Und genau so soll es wieder werden“, sagt der Bremer Physiker, dem das Haus seit 2004 gehört. Innerhalb der nächsten zwei Jahre will er es aus dem Dornröschenschlaf reißen. Am Sonntag ist das Haus von 10 bis 18 Uhr geöffnet, Besucher kommen zumindest ins Erdgeschoss. Hoch nicht: Die Treppe ist kaputt, oben fehlt zudem die Dielung. Und nicht nur die: Das Haus hat gar keine Fenster mehr, überall gibt es Vandalismusspuren und Dreck. Es ist ein trauriger Anblick, der sich 30 Jahre nach der Schließung bietet.

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Dass es den Görlitzern viel zu lange gedauert hat, ist Metz bewusst: „Ich habe die Menschen damit arg gestresst.“ Aber es gebe einen Grund: Die Görlitzer, sagt er, sollen sich in dem Haus wiederfinden, es soll Teil ihres täglichen Lebens werden: „Dafür braucht es einen Gastronomen, der das kann.“ Interessenten habe es in all den Jahren viele gegeben, aber denen habe es entweder an gastronomischer Erfahrung oder finanziellem Potenzial gefehlt. „Jetzt bin ich der berechtigten Hoffnung, dass es etwas werden kann“, sagt der Eigentümer. Wer die künftigen Betreiber sein könnten und was genau sie vorhaben, dazu hält sich der 64-Jährige noch bedeckt. Nur so viel: Auf jeden Fall wieder Gastronomie.

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Nach vielen Gesprächen sei ihm bewusst geworden, dass das Weinberghaus ein Haus der Görlitzer ist, nicht der Touristen. Doch Metz will noch viel mehr wissen: „Ich suche Menschen, die dort gearbeitet, geheiratet, gefeiert oder Kaffee getrunken haben und die etwas erzählen können.“ Jeder, der etwas berichten will, kann am Denkmaltag – zwischen 11 und 15 Uhr – zum Weinberghaus kommen und seine Kontaktdaten abgeben. Der Kiosk der Parkeisenbahn übernimmt die gastronomische Versorgung. Für Metz ist die Parkeisenbahn ein wichtiger Partner bei der Entwicklung des Geländes: „Ich finde die Jungs klasse, mit welchem Einsatz sie ihre Berufung, die fast schon Beruf geworden ist, betreiben.“ Wer vor Ort seine Kontaktdaten abgibt, erhält später Besuch von einem Interviewer. Das wird nicht Metz persönlich sein: „Dafür habe ich fachkundige Hilfe.“ Anschließend werden alle Gespräche verschriftlicht, jeder Interviewte darf seinen Text noch einmal lesen. Ziel ist ein Buch mit 100 Geschichten rund ums Weinberghaus. Falls jemand noch Fotos hat, können diese ebenfalls mit in das Buch einfließen. Metz will das, was die Menschen erzählen, was sie sich erträumen, in die Planung einfließen lassen, damit es tatsächlich wieder ein Haus nach den Wünschen der Görlitzer wird. Das wird noch Zeit brauchen. Überstürzen will er nichts, er geht von zwei Jahren aus, die es dauern wird. Jetzt aber beginnt erst einmal die Ideensammlung.