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Handwerker auf dem Mildenstein

Stützmauern und das Herrenhaus werden saniert. Besucher müssen mit Einschränkungen rechnen.

Von Tina Soltysiak

Mit rund drei Wochen Verzug haben die Bauarbeiten am Herrenhaus von Burg Mildenstein begonnen. „Die Verzögerung entstand dadurch, dass für die ausgeschriebenen Gerüstbauarbeiten, vermutlich aufgrund der Auslastung der Baufirmen, kein Angebot abgegeben wurde. Das Verfahren musste noch einmal wiederholt werden“, teilt Carla Smok vom Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) auf Anfrage des Döbelner Anzeigers mit. Das Gerüst steht, die Baustelle ist eingerichtet und die Handwerker sind vor Ort kräftig am Werkeln. Der Schreiner Sebastian Steiner sägt im Hof die Balken zurecht, die verbaut werden. Sowohl die Abbrucharbeiten an den Wänden und den Decken im Zwischenbau und im Herrenhaus als auch die Zimmererarbeiten in diesen Bereichen realisiert die Firma. Denkmalbau Ettersburg. „Das Unternehmen wird ebenso die gotische Decke im Festsaal des Herrenhauses einbauen“, so Carla Smok. Für den Innenausbau sind rund 1,5 Millionen Euro veranschlagt. Der Freistaat Sachsen hat Fördermittel bereitgestellt. Die betragen zwar dieselbe Summe, teilen sich jedoch auf mehrere Projekte auf: den Um- und Innenausbau des Pagen- und des Herrenhauses sowie des Zwischenbaus der Burg Mildenstein.

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Aufträge in der Warteschleife

Bei archäologischen Voruntersuchungen wurden im Festsaal des Herrenhauses im ersten Obergeschoss in kleinen Teilbereichen historische Wandmalereien freigelegt. „An der Freilegung und Festigung weiterer Flächen kann aus Kostengründen erst nach erfolgter Sanierung des Hinterschlosses gearbeitet werden“, so Carla Smok.

Weitere Aufträge für Firmen sind noch in der Warteschleife: Die Wände und Decken müssen gemauert und verputzt, Gebäudetechnik zum Teil installiert werden. „ Im Vergabeverfahren befinden sich ebenso die Säge- und Verpressarbeiten am Ausgang des Herrenhauskellers zum Schlosspark“, so Carla Smok. Diese Arbeiten umfassen die Erweiterung eines zweiten Rettungsweges sowie die Erneuerung der Zuluftkanäle im Kellergeschoss.

Die Arbeiten ziehen Einschränkungen für die Besucher nach sich. „Das Hinterschloss ist komplett Baustellenbereich und damit für Besucher gesperrt“, so Carla Smok. Die Burganlage des Hinterschlosses könne jedoch weiterhin genutzt werden. Da die Auswirkungen auf den Burghofbetrieb so gering wie möglich gehalten werden sollen, sei nur der notwendigste Bereich am Südgiebel des Herrenhauses eingezäunt, ergänzt die Ingenieurin. Die Gerüstplattform der Firma Gemeinhardt Gerüstbau Service aus Roßwein dient zum Materialtransport aus und in das Gebäude.

Im Erdgeschoss des Herrenhauses entsteht eine Schwarzküche, Kochen wie im Mittelalter wird dadurch möglich. Ihren Namen verdankt sie dem Ruß an den Decken, der von den zahlreichen offenen Feuerstellen stammt.

2,4 Millionen Euro geflossen

Das sind jedoch nicht die einzigen Bauarbeiten auf dem Gelände. „Sowohl im Schlosspark an der Westseite der Burganlage als auch im Miruspark an der Ostseite werden die Sanierungsarbeiten an Stützmauern, Treppen und Wegen fortgesetzt“, so Carla Smok. Die Treppensanierungen im Schlosspark stehen vor dem Abschluss. „Die Geländer und die Kräutergartengestaltung sollen Ende des Jahres fertiggestellt sein“, ergänzt sie.

Die Rasenflächen im Burghof sind bereits in Ordnung gebracht worden. „Für die Sanierung des Hinterschlosses wurden insgesamt 4,34 Millionen Euro genehmigt“, so Carla Smok von der SIB. Für die Instandsetzung der Außenanlagen des gesamten Burgbereichs habe der Freistaat Sachsen seit 2011 insgesamt rund 2,4 Millionen Euro investiert, ergänzt sie.

Im kommenden Jahr sollen die Innenräume des Pagenhauses und des Zwischenbaus des Schlosses saniert werden. Dabei werden neue Räume geschaffen.