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Hanf gedeiht am Kamenzer Markt

Direkt vor der Nase des Bürgermeisters gedeiht ein besonderes Kraut und überragt die Geranien im Pflanzkübel. Wie kam es aber in die Pflanzung neben der Würstchenbude?

© Nicole Preuß

Kamenz. Das ist ein Knaller: Ein SZ-Leser hat ein Foto unglaublichen Inhalts an die Redaktion geschickt. In einem Pflanzkübel direkt am Rathaus – unterm Fenster des OB – wächst der Hanf in die Höhe? „Was ist das denn“, fragt der Absender. „Ist das nicht Cannabis?“ Ein Vor-Ort-Termin erhärtet den Verdacht. Eine einzelne Pflanze mit fünfzackigen Blättern überragt die Geranien in der Blumenpyramide deutlich.

Einigermaßen überrascht reagierte auch das Rathaus auf die Entdeckung. Stadtsprecher Thomas Käppler: „Wir haben die Pflanze begutachten lassen. Es handelt sich um Hanf, was aber nichts besagt.“ Hanf sei mitunter nur als Rauschmittel in der Öffentlichkeit präsent, wobei schnell mal vergessen werde, dass Hanf zu den ältesten Nutz- und Zierpflanzen der Welt zählt und hier auch die Hanffasern eine Rolle spielen. Ebenfalls finde es als nachwachsender Rohstoff in der Bauindustrie oder als Arzneimittel Verwendung.

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Allerdings wuchs die Pflanze in Kamenz nicht an der Markt-Apotheke, sondern neben der Würschtlbude, was die Frage noch drängender macht, wie sie eigentlich dahingekommen ist. „Das wissen wir nicht“, so der Stadtsprecher. „Vielleicht war der Samen schon in der verwendeten Erde enthalten oder er wurde durch Vögel hier hergebracht.“ Unabhängig davon und egal, um welche Pflanzenart es sich gehandelt hat, sie habe nicht zu den übrigen Pflanzen in der Blumenpyramide gepasst und sei deswegen entsorgt worden. Gott sei Dank! (SZ)