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Weißwasser

Harmlose Füchse lassen Chance liegen

Die Konkurrenz um den Play-off-Platz 10 hat mitgespielt, aber die Lausitzer in Bad Nauheim nicht – 1:5.

Auf Füchse-Torwart Mac Carruth kommt nach dem Rückwechsel von Marvin Cüpper nach Berlin noch mehr Verantwortung zu. In Bad Nauheim lag es nicht an ihm, dass die Füchse chancenlos waren.
Auf Füchse-Torwart Mac Carruth kommt nach dem Rückwechsel von Marvin Cüpper nach Berlin noch mehr Verantwortung zu. In Bad Nauheim lag es nicht an ihm, dass die Füchse chancenlos waren. © Gunnar Schulze

Die Lausitzer Füchse haben dieChance verpasst, auf einen Pre-Play-off-Platz zu springen und den Abstand auf den Tabellenneunten auf einen Punkt zu verkürzen. Nach einer ganz schwachen Leistung unterlagen sie in Bad Nauheim mit 5:1, nachdem sie diesen Gegner noch am Freitag mit 4:1 bezwungen hatten. Füchse-Coach Corey Neilsson entschied sich nach dem Abgang von Toewart Marvin Cüpper und den Einsatz von Mac Carruth gegen Farmer und Nogard auf den Ausländerposition.

Das Beste nach dem ersten Drittel war aus Sicht der Lausitzer Füchse der Spielstand: nur 1:0 für die Gastgeber. Die hatten sieben Minuten Überzahl gespielt, zwei davon in doppelter Überzahl, und nur einmal, gleich zu Beginn getroffen. Zuvor war Füchse-Verteidiger Philip Kuschel für einen Check gegen das Knie von Bad Nauheims Robin Palka im Mitteldrittel von den Schiedsrichtern in die Kabine geschickt worden – Spieldauerstrafe, eine sicherlich harte, aber vertretbare Entscheidung. Die Gastgeber, das schlechteste Überzahlteam der Liga, schlug diesmal nach nur 55 Sekunden zu. Fiddler war am kurzen Pfosten völlig frei, drehte sich und spielte den Pass vors Tor, wo El-Sayed nur noch den Schläger hinhalten musste (5.). Die Gastgeber blieben für weitere vier Minuten in Überzahl, und als Füchse-Stürmer George eine eher unglückliche Strafe kassierte (sein Schläger blieb in der Bande stecken, darüber fiel ein Bad Nauheimer, mussten die Füchse zwei Minuten in doppelter Unterzahl überstehen und überstanden dass mit viel Einsatz und starken Paraden von Mac Carruth. Als auch die fünfminütige Unterzahl überstanden war, benötigten die Füchse offensichtlich Zeit, sich neu zu sortieren. Zu gefährlichen Angriffen kamen sie kaum, auch nicht in der einzigen Überzahl des ersten Drittels in der letzten Minute. Andererseits stimmte die Defensivarbeit, auch in einer weiteren Unterzahl gegen Keussen.

Schritt für Schritt

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Im Mitteldrittel begannen die Füchse dann deutlich engagierter, versuchten von Anfang an, die Gastgeber schon in deren Drittel unter Druck zu setzen. Aber eine Schwäche trat immer wieder zutage: das Überzahlspiel. Gelang schon in der verbleibenden Minute zu Beginn des Drittels nichts, hatten die Füchse bei der nächsten Möglichkeit sogar Probleme, ins Angriffsdrittel zu kommen. Ein Direktschuss von George war am gefährlichsten. Zuvor waren auch Schwamberger gescheiterte und hatte Murphy bei einem 2:1-Konter den Pass auf Hammond zu ungenau gespielt. Die Riesenchance zum Ausgleich folgte in doppelter Überzahl (die Bad Nauheimer hatten binnen 15 Sekunden zwei Strafen kassiert). Aber da war das Spiel der Füchse viel zu statisch, die Schüsse wurden geblockt. Bei einem 2:1-Konter schoss Dietz über das Tor. Das 2:0 für die Bad Nauheimer war ein echter Nackenschlag. Kania musste auf die Strafbank, Schwamberger verlor in Unterzahl seinen Schläger, und so kam Pauli unbedrängt zu Schuss und Nachschuss, den er dann verwandelte (37.). Und so langsam fragte man sich, wie die Füchse hier zu Toren kommen wollen.

Im Schlussdrittel versuchten die Füchse weiterhin, Druck aufzubauen, wirkten aber nach wie vor harmlos. Ernsthaft in Gefahr brachten sie das Tor der gastgeber nicht. Noch hoffnungsloser wurde die Situation, als der Bad Nauheimer Köhler mit einem Schlenzer genau ins Dreiangel zum 3:0 traf (45.). Die Füchse fanden auch danach – trotz eines höheren Risikos – keinen Weg, die Bad Nauheimer in Gefahr zu bringen. Breitkreuz hatte nach einem Alleingang aus spitzem Winkel noch die beste Chance. Als dann Torwart Carruth einen verdeckten Schuss aus spitzem Winkel fallen lassen musste und Hamill den Abpraller zum 4:0 verwertete (52.), war die Entscheidung gefallen. Als Fünf Minuten vor Schluss die Gastgeber eine Strafe kassierten, nahmen die Füchse den Torwart vom Eis. Aber statt des Ehrentreffers gab es das 0:5 durch einen Schuss aus dem eigenen Drittel ins leere Tor. Der Ehrentreffer für Reichel (56.) danach interessierte nur noch die Statistiker. Mit dieser Leistung dürfte es ganz schwer werden, doch noch Platz zehn zu erreichen.

Statistik

EC Bad Nauheim – Lausitzer Füchse 5:1 (1:0, 1:0, 2:0)

Tore:
1:0 Marc El-Sayed 4:58 (Überzahl, Assist: Fiddler, Sylvester)
2:0 Andreas Pauli 36:35 (Überzahl, Palka, Köhler)
3:0 Mick Köhler 44:11 (Fiddler, Ratmann)
4:0 Zach Hamill 52:00 (Sylvester, Kokkila)
5:0 Zach Hamill 55:46 (empty net, ohne Assist)
5:1 Thomas Reichel 56:31 (Überzahl: Breitkreuz, Dietz)

Bad Nauheim
Tor: Bick
Abwehr: Kokkila, Card – Sekesi, Ketter – Slaton, Gnyp
Sturm: Kahle, Sylvester, Hamill – Pauli, Palka, El-Sayed – Ratmann, Fiddler, Köhler – Bindels, Cornett

Lausitzer Füchse
Tor: Carruth
Abwehr: Kania, Pozivil – Keussen, Granz – Mik, Kuschel – Rentsch
Sturm: Hammond, Murphy, Kerbashian – George, Breitkreuz, Dietz – Schwamberger, Rentsch, Andres – Boiarchinov, Reichel, Karrer

Schiedsrichter: Kevin Salewski, Volker Westhaus
Strafen: Rote Teufel 12, Füchse 17+20 Kuschel
Zuschauer: 1.816