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Harsche Kritik an der FDP-Spitze

Für die Niederlage bei der Landtagswahl gibt Sachsens FDP-Chef dem Zeitgeist und dem negativen Trend aus Berlin die Hauptschuld. Das reicht vielen Liberalen aber als Erklärung nicht aus.

© dpa

Glauchau. Die sächsische FDP-Spitze muss nach dem Debakel bei der Landtagswahl harsche Kritik aus den eigenen Reihen einstecken. Vor allem junge Liberale attackierten den Landesvorstand am Samstag auf einem Landesparteitag in Glauchau scharf. Philipp Junghähnel, Vorsitzender der Jungen Liberalen in Sachsen, forderte „inhaltliche, strukturelle und personelle Konsequenzen“.

Marcel Seifert vom Kreisverband Chemnitz erklärte, es reiche nicht aus, die Erklärung für die Wahlniederlage Ende August im Ansehensverlust der Bundespartei in Berlin zu suchen. „Ich kann es nicht mehr hören, dass Berlin daran Schuld ist.“ Die sächsische FDP hatte bei der Landtagswahl nur 3,8 Prozent erreicht und damit den Wiedereinzug ins Parlament klar verpasst.

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Wähler würdigen Leistungsbilanz nicht

Landeschef Holger Zastrow hatte zuvor in einer eher zurückhaltenden Rede gesagt, die Erkenntnis aus dem Wahlkampf und der Niederlage sei: „Nichts funktioniert, wenn Berlin nicht funktioniert.“ Die Leistungsbilanz der sächsischen FDP sei gut, aber die Wähler hätten nicht zwischen Bund und Land unterschieden. Auf die FDP kämen schwere Zeiten zu. „Ich sehe bei uns keine thematischen Defizite. Aber wir haben einen Gegner und das ist der Zeitgeist. Wir leben in anti-liberalen Zeiten.“

Aus Sicht von Zastrow sollte sich die FDP in der außerparlamentarischen Opposition auf drei Themenfelder konzentrieren: Die Energiepolitik mit der „idiotischen Energiewende“, die Wirtschaftspolitik und die Finanzpolitik.

Die Liberalen wollen in nächster Zeit auf Regionalkonferenzen weiter über die Erneuerung der Partei diskutieren. Auf einem Parteitag im Frühjahr 2015 soll dann ein neuer Landesvorstand gewählt werden. (dpa)