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Harte Landung für Mehdorn

Der Berliner Flughafenchef legt nach einer Marathon-Sitzung des Aufsichtsrats sein Auto auf die Seite. Das Gremium hatte einen Milliarden-Nachschlag vertagt.

Berlin. „Ich habe nach einem 16-Stunden-Tag eine Sekunde nicht aufgepasst – und schon war’s passiert.“ Hartmut Mehdorn klang frustriert. Der Chef des Berliner Großflughafens BER hat am späten Freitagabend seinen Dienstwagen auf die Seite gelegt – in der Auffahrt zur Autobahn streifte der schwere Audi eine Leitplanke und kippte auf die Beifahrerseite.

Zuvor hatte Mehdorn, der unverletzt blieb, auch eine gut zwölfstündige Aufsichtsratssitzung nicht in die gewünschte Richtung lenken können. Nach Medienberichten hatte Mehdorn die drei Gesellschafter Berlin, Brandenburg und Bund um eine Aufstockung der Finanzierung des neuen Hauptstadtflughafens BER um 1,1 Milliarden Euro gebeten. Das Gremium hatte die Entscheidung aber zunächst vertagt. Nach Medienberichten ist nun eine Sondersitzung des Flughafen-Finanzausschusses in den nächsten Wochen geplant. Dieser Unterausschuss des Aufsichtsrats hatte den Mehrbedarf schon in der vergangenen Woche diskutiert.

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Bislang liegt der Kostenrahmen für den drittgrößten deutschen Flughafen bei 4,3 Milliarden Euro. Das Geld reicht laut Aufsichtsrat und Geschäftsführung aber nur noch dieses Jahr. Für einen weiteren Zuschuss Berlins, Brandenburgs und des Bundes als Eigentümer wäre die Genehmigung der EU-Kommission nötig, die darauf achtet, dass Beihilfen aus Steuergeld nicht den Wettbewerb verzerren.

Bei einem weiteren Zuschuss von 1,1 Milliarden Euro würde der Kostenrahmen des BER auf insgesamt 5,4 Milliarden Euro steigen. Offenbar gibt es weiter Probleme bei der Fertigstellung der Entrauchungsanlage, die für den Brandschutz notwendig ist. Die Inbetriebnahme von BER wurde bereits mehrfach verschoben. Ein neuer Termin ist derzeit nicht bekannt. (SZ/rad/dpa)