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Hartha wird bunt

Graffiti sind im Stadtbild nicht gern gesehen. Diesmal ist es aber sogar gewünscht. Die Idee ist im Jugendstadtrat entstanden.

© Dietmar Thomas

Von Frank Korn

Hartha. Marie Thomas will, dass ihre Heimatstadt Hartha bunter wird. Deshalb hat sie im Jugendstadtrat im Frühjahr die Idee eingebracht, Stromkästen zu besprühen und so Kunstwerke daraus zu machen (DA berichtete). Die Idee stieß sowohl bei der Stadt als auch beim Energieversorger EnviaM, der Eigentümer der Stromkästen ist, auf offene Ohren. „EnviaM unterstützt über die Sponsoringfibel der EnviaM-Gruppe gern Graffiti-Präventionsprojekte mit Künstlern vor Ort“, hatte das Unternehmen damals auf eine Anfrage des Döbelner Anzeigers geantwortet. Und es hielt Wort. „EnviaM unterstützt das Projekt mit 1 500 Euro. Die Projekte sind sehr beliebt und erzielen großen Erfolg und Freude bei den Jugendlichen“, sagte Pressesprecherin Evelyn Zaruba.

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Graffitikünstler und Fassadengestalter Frank Schäfer bot seine Unterstützung bei der Umsetzung des Projektes an. Marie Thomas findet es „cool“. Einerseits, weil das eher graue Stadtbild damit bunter wird, andererseits, weil sie sich selbst dabei auch künstlerisch verwirklichen kann. Schon an anderer Stelle in der Stadt hat sie Graffiti gesprüht. „Ich habe mir die Genehmigung geholt und eine Wand der alten Kalthalle besprüht“, sagt sie. Allerdings sei das Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Hausschuhwerke inzwischen abgerissen.

Die Entwürfe, wie die beiden Stromkästen gestaltet werden könnten, hat die Oberschülerin ausgearbeitet und dann mit Frank Schäfer darüber gesprochen. „Wir hatten uns zusammengesetzt und Ideen gesammelt. Den Entwurf von Marie haben wir fast unverändert übernommen“, sagte Schäfer. Beim Besprühen der beiden Stromkästen, das zwei halbe Tage gedauert hat, habe sie viel von Frank Schäfer lernen können, sagte Marie. „Es ging vor allem darum, wie man den Entwurf von einem Blatt Papier auf die Fläche bekommt, und was man dabei beachten muss“, erklärte Schäfer. Auch die richtige Sprühtechnik sei ein Thema gewesen.

Das Graffiti-Projekt ist der einzige Vorschlag aus dem Jugendstadtrat vom März, der umgesetzt wurde. Schulleiterin Kerstin Wilde hofft, dass es weiter eine Zusammenarbeit der Stadträte und der Jugendlichen gibt. Sei es als Planspiel wie in diesem Jahr oder in einer anderen Form. „Die Stadträte haben gemerkt, dass die Schüler nicht nur Forderungen stellen, sondern auch tolle Ideen einbringen. Der Dialog zwischen Stadträten und Jugendlichen muss auf jeden Fall aufrechterhalten werden“, sagte Kerstin Wilde.

Ob es auch in Zukunft Graffiti-Projekte in Hartha geben wird, ist noch offen. Sollte es sich um weitere Stromkästen handeln, wäre die EnviaM zur Unterstützung bereit. „Die Antragstellung für 2019 beginnt jetzt und ist bis 31. Mai 2019 möglich“, sagte Evelyn Zaruba. Die Schulen finden das Antragsformular im Internet unter https://enviam-gruppe.de/engagement/sponsoringfibel. Unter dem Punkt „Kunst machen“ können die Schulen ihre Projekte beantragen.