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Hauptdarsteller Eisstadion

Ein Film soll den Umbau der Sportstätte dokumentieren. Schon im Februar muss viel gedreht werden.

© Bildmontage SZ

Von Alexander Kempf

Niesky. Die Zuschauerkulisse im Eisstadion ist am Sonnabend bereits filmreif gewesen. Rund 1 300 Menschen sind gekommen, um die Spieler anzufeuern. Vielleicht wird sich der eine oder andere Zuschauer in gut einem Jahr wiedererkennen, wenn Aufzeichnungen des historischen Abends gezeigt werden. Denn das letzte Heimspiel unter freiem Himmel markiert den Auftakt zu einer Langzeitdokumentation. Die Umbauarbeiten des Stadions werden filmisch begleitet. Das verwundert nicht. Schließlich handelt es sich hierbei um das größte Bauprojekt in der Stadt seit der Wende.

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Das Eisstadion ist als Hauptdarsteller gesetzt. Doch wer führt bei dem Streifen Regie? Das Unternehmen Sachsenhits aus Niesky ist für Drehbuch und Produktion verantwortlich. „Sie kennen sich vor Ort aus und haben uns überzeugt“, sagt Nieskys Oberbürgermeisterin Beate Hoffmann. Da die Filmemacher gut vernetzt sind, müsse niemand von weit her geholt werden. Bis zur Wiedereröffnung des Stadions werden die beiden Filmemacher Ralf Hermann und Frank Flecks also die Fortschritte auf der Baustelle genau beobachten.

Schon in diesem Monat dürften einige Drehtage auf dem Plan stehen. Denn bereits am 15. Februar sollen die Abrissbagger offiziell mit dem Abbruch beginnen. Im Stadtrat sind am Montagabend bereits erste Aufträge vergeben worden. Die Abbruch- und Demontagearbeiten soll nach dem Willen der Stadträte die Frauenrath Recycling GmbH aus dem sächsischen Bretnig übernehmen. Für 110 576 Euro erhält sie den Zuschlag. Insgesamt elf Firmen haben sich zuvor an der Ausschreibung beteiligt.

Doch die Angebote für die gleiche Leistung liegen teilweise mehr als 80 000 Euro auseinander. Wie kann das sein, erkundigt sich Linke-Stadtrat Andreas Kagelmann. Womöglich liegt es daran, dass die Firmen unterschiedliche Entsorgungsorte wählen, erklärt die Leiterin für Technische Dienste der Stadt. Auch die Frage, ob es nachträglich zu Kostensteigerungen kommen könne, muss Barbara Giesel der CDU-Stadträtin Gabriele Beinlich beantworten. Wenn sich die vom Planer kalkulierten Mengen als zu gering erweisen oder unvorhergesehene Leistungen wie etwa Asbest zutage treten, wäre dies denkbar, erklärt Barbara Giesel. Doch dafür gibt es derzeit keine Hinweise. Die Stadtverwaltung ist fest entschlossen, den gesteckten Kostenrahmen von 6,7 Millionen Euro nicht zu sprengen.

Im Eiltempo wird das Projekt am Montagabend vorangetrieben. Den Zuschlag für die Demontage von Baustrom und Erderanlage erhält für 26 442 Euro das Unternehmen Elektrik-Elektronik GmbH aus Weißwasser. Auch hier haben die neun Bieter teilweise deutlich auseinandergelegen. Das höchste Gebot liegt bei rund 46 000 Euro. Nicht vergeben worden sind am Montag der Rückbau für die Kälteanlage im Eisstadion und der Neubau einer Solaranlage für das Waldbad. Bisher ist die Eisfläche im Sommer nämlich genutzt worden, um mit einer Solaranlage das Wasser im benachbarten Freibad aufzuheizen.

Die neue Anlage soll nun auf Dächern nahe des Freibads entstehen. Ausgeschrieben ist sie, genau wie der Rückbau der Kältetechnik im Eisstadion, bereits. Am Montag haben die Stadträte der Oberbürgermeisterin erlaubt, diese beiden noch ausstehenden Aufträge selbst zu vergeben. So soll Zeit gespart werden, denn der Abgabeschluss für die Angebote liegt ungünstigerweise kurz nach der Stadtratssitzung. Andreas Konschak hat zuvor für die Ermächtigung der Oberbürgermeisterin geworben. „Wir sollten das delegieren. Die Abbrucharbeiten sind sonst beeinträchtigt. Wir können uns keinen Zeitverzug leisten“, so der Linke-Stadtrat. Schließlich soll das Stadion bis Ende 2016 ein Dach erhalten.

Das Gelände wird sich an vielen Stellen verändern. So rechnet Andreas Konschak damit, dass für die Umbauarbeiten rund 50 Bäume gefällt werden müssen. Diese Zahlen will die Leiterin Technische Dienste so noch nicht bestätigen. Ja, es wird Fällungen geben, wenn dies für die Bauarbeiten notwendig sei, so Barbara Giesel. Doch selbst wenn es dazu kommt, würden entsprechende Ausgleichspflanzungen erfolgen. Im Film sind die Bäume aber wohl ohnehin eher Statisten.