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Bauen und Wohnen

Haus finanzieren: Tipps für den Kredit

Ein Haus zu bauen oder zu kaufen gehört für die meisten Verbraucher die größte Investition ihres Lebens dar. 

Individuell leben: Mit dem selbst geplanten Haus ist das möglich.
Individuell leben: Mit dem selbst geplanten Haus ist das möglich. © https://pixabay.com/de/users/geralt-9301/

Kosten in Höhe von 150.000 Euro bis 300.000 Euro stellen die übliche Bandbreite für ein Eigenheim dar.  In der Regel nehmen angehende Hausbesitzer ein Darlehen auf, um die Wunschimmobilie zu finanzieren. Bei der Kreditaufnahme sind einige Aspekte zu bedenken, damit sich der Traum vom Eigenheim zu guten Bedingungen in die Tat umsetzen lässt.

Optimale Darlehensform wählen

Wer sich über viele Jahre finanziell bindet, sollte bei der Wahl der Darlehensform aufmerksam sein und sich umfassend informieren. Bei NIST sind solch entscheidenden Informationen rund um die Immobilienfinanzierung zusammengestellt. Ein Annuitätendarlehen ist erfahrungsgemäß die beste Wahl, denn es ermöglicht die Finanzierung zu langfristig planbaren Raten. Bei der Gestaltung des Kredits können Darlehensnehmer durch die Anpassung der Laufzeit, des Tilgungssatzes und der Ratenhöhe die Gesamtkosten beeinflussen. NIST zeigt wie man ein Annuitätendarlehen berechenen kann und erklärt, wie sich die Zinslast über die Laufzeit des Darlehens hinweg möglichst niedrig halten lässt. Als Faustregel sind sich folgende Wirkprinzipien zu nennen:

• Je geringer das Darlehen, desto geringer die Gesamtkosten.

• Je höher der Tilgungssatz, desto geringer die Gesamtkosten.

• Je kürzer die Laufzeit, desto geringer die Gesamtkosten.

Zudem gilt, dass Kreditnehmer mit einer guten Bonität, einer Eigenkapitalquote von 20 bis 30 Prozent und ausreichenden Sicherheiten von attraktiven Kreditkonditionen wie niedrigen Zinsen profitieren können.

Mit Vertragsunterzeichnung gehen Kreditnehmer eine langfristige Zahlungsverpflichtung ein.
Mit Vertragsunterzeichnung gehen Kreditnehmer eine langfristige Zahlungsverpflichtung ein. © https://pixabay.com/de/users/paulbr75-2938186/

Wie viel Darlehen kann ich mir leisten?

Die Gesamtdarlehenshöhe ist ein entscheidender Faktor, der sich auf die Gesamtkosten eines Kredits auswirkt. Je höhe die Summe, desto mehr Zinsen fallen insgesamt an. Ein guter Rat ist, dass Kreditnehmer sehr genau rechnen sollten, wie viel Kredit sie sich leisten können. Zur Ermittlung der Belastungsgrenze dient eine Gegenüberstellung von Kosten und Einnahmen. Dazu gehören diese Positionen:

© tt

Natürlich fallen die Miet- und Nebenkosten der bisherigen Wohnung weg, sobald der Umzug in das neue Heim erfolgt ist. Doch ist zu berücksichtigen, dass im Falle eines Neubaus über viele Monate Kreditrate und Mietkosten parallel bezahlt werden müssen. Beim Hauskauf überschneiden sich die Zahlungen im Optimalfall überhaupt nicht. Die Regel ist aber, dass mindestens drei bis sechs Monate beides zu zahlen ist, bevor die Laufzeit des Mietvertrags offiziell endet.

Finanziellen Rahmen nicht zu eng setzen

Die Differenz aus Einnahmen und Ausgaben ergibt den Betrag, der im Monat frei verfügbar ist. Dieser Betrag sollte keinesfalls komplett in die Finanzierung fließen, denn es ist unverzichtbar sich auch weiterhin einen gewissen Spielraum für unvorhergesehene Ausgaben zu reservieren. Seriöse Banken würden eine Finanzierung, die diesen finanziellen Spielraum komplett aushebelt, aus Sorgfaltspflicht nicht gewähren. Zur Orientierung, welche Darlehenssumme sich mit welcher Monatsrate finanzieren lässt, dienen folgende Angaben:

© Quelle: „Immobilienfinanzierung“, S. 56, Autor Wer
Wer handwerklich geschickt ist, kann durch Eigenleistung Geld sparen.
Wer handwerklich geschickt ist, kann durch Eigenleistung Geld sparen. © https://pixabay.com/de/users/viktor_birkus-7330129

Baukosten senken und Eigenkapital einbringen

Um eine niedrige Kreditsumme zu realisieren, können Kreditnehmer von mehreren Seiten an den Stellschrauben drehen. Sie können einerseits bei den Baukosten sparen, indem sie zum Beispiel ein Ausbauhaus wählen und einen hohen Anteil an Eigenleistung erbringen oder sich für Standard-ausführungen statt für Luxusausstattung entscheiden. Zudem lässt sich einiges Geld durch den Vergleich von Angeboten diverser Bauträger

und Handwerksbetriebe einsparen. Auch die Lage des Grundstücks ist entscheidend. Je begehrter die Lage, desto teurer der Baugrund und desto teurer der Quadratmeterpreis beim Kauf bestehender Immobilien.

Erspartes mit Bedacht einsetzen

Zusätzlich zu einer verminderten Bausumme ist es hilfreich, möglichst viel Eigenkapital einzubringen. Das kann ein zuteilungsreifer Bausparvertrat oder erspartes Geld aus eigenen Quellen sein. Ein Sicherheitspolster sollte jedoch immer übrigbleiben, um auf Krisensituationen vorbereitet zu sein. Das Drei- bis Sechsfache des Nettomonatseinkommens als Rücklage ist eine praktikable Größe.

Beim Eigenkapital kann es sich auch um private Darlehen von Freunden oder Verwandten handeln. Vielleicht lässt sich auch ein Baugrundstück günstig aus den Reihen der Familie oder dem Bekanntenkreis erwerben? Auch dabei lassen sich Kosten einsparen und der Traum vom Eigenheim kann schon bald Realität sein. 

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der externen Redakteurin Greta Leder.