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Haus für Kinder, Senioren und Vereine

Für die ehemalige Burkauer Mittelschule werden neue Nutzer gesucht. Erste Ideen gibt es.

© Steffen Unger

Von Ingolf Reinsch und Carolin Menz

Burkau. Burkaus „Mitte“ soll als Zentrum für die Gesamtgemeinde weiter gestaltet werden. Kindergarten, Grundschule, öffentlicher Kinderspielplatz, Turnhalle und Sportplatz befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft und sind in Schuss. Eine neue Zukunft fürs Gebäude der 2002 geschlossenen Mittelschule, das sich direkt neben der Grundschule befindet, würde das Areal weiter aufwerten. Wie das dreigeschossige Haus aus DDR-Zeit einmal genutzt werden kann, sollen die Bürger der Gemeinde mit entscheiden, sagen Bürgermeister Sebastian Hein (CDU) und die überwiegende Mehrheit der Gemeinderäte. Deshalb luden sie am Freitagabend zu einer ersten Ideensammlung ins Bürgerhaus ein.

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Rund 25 Interessierte kamen – Gemeinderäte und weitere Bürger. An drei Tischen wurden zunächst in kleinen Gruppen Ideen zusammengetragen und anschließend gegenseitig vorgestellt. Die Wunschliste in Stichworten: neue Räume für den Schulhort; ein Probenraum für den gemischten Chor, eventuell auch ein Musikzimmer, das neben dem gemischten Chor auch der Schulchor nutzen kann; eine Begegnungsstätte für Vereine aller Burkauer Ortsteile; Schul- und Gemeindebibliothek unter einem Dach; Schaffung eines Museums bzw. einer Heimatstube; Archivräume; eine Begegnungsstätte für Senioren; altersgerechtes Wohnen. Auch gewerbliche Mieter wurden ins Gespräch gebracht, etwa eine Physiotherapie. Ein weiterer Vorschlag: Das Sportler-Casino könnte über den Hof mit ins ehemalige Schulhaus ziehen. Dadurch würden dort zwei Probleme gelöst: das der Außentoiletten und der fehlenden Wärmedämmung. Auch der Einzug einer Tanzschule und ein möglicher Umzug der Grundschule ins größere Haus der ehemaligen Mittelschule gehören zu den Vorschlägen vom Freitagabend. Was davon sinnvoll und realistisch ist, muss die weitere Diskussion zeigen.

Mehrere Jahre lang gekämpft

Die Gemeinde hat das Schulhaus im vergangenen Jahr gekauft, nachdem Pläne privater Eigentümer erst für ein Hotel, später für eine Seniorenwohnanlage nicht aufgegangen sind. Wer am Freitagabend von den Bürgern mit in der Runde saß, begrüßte die Entscheidung, das Gebäude zurückzukaufen. Denn die Gemeinde gewinnt so ihre Handlungsfähigkeit zurück, um dem ehemaligen Schulhaus eine neue Zukunft zu geben. Die Gemeinde hatte mehrere Jahre für ihre Mittelschule gekämpft – und konnte die Schulschließung 2002 durch den Freistaat doch nicht verhindern. Denn es gab damals zu wenig Schüler. Trotzdem hängt am Gebäude noch das Herzblut vieler Dorfbewohner.

Für Gemeinderat Dr. Mathias Trauzettel (Die Linke) hat das Schulhaus ein immenses Potenzial. Dreimal 600 Quadratmeter stünden für künftige Nutzer zur Verfügung. Die Statik des Gebäudes sei „hervorragend“, sagte er. Klar sei aber auch, dass sich so ein großes Projekt, wie es am Ende auch immer aussehen mag, nur in Etappen, wahrscheinlich über mehrere Jahre und vielleicht auch nur etagenweise verwirklichen lässt. „Was braucht die Gemeinde Burkau? Die Ideen müssen von den Bürgern kommen. Sie müssen das Vorhaben mittragen“, sagte Mathias Trauzettel.

Wünsche der Anwohner

Nach Auffassung mehrerer Teilnehmer an der Diskussion könnte die künftige Nutzung auf einen Mix hinauslaufen. Heißt, Kinder, Senioren, Vereine nutzen das Haus anteilig. Burkau blickt dabei auf die Zukunft – und auf die Pläne, als Gemeinde zu wachsen. Mit einem neuen Eigenheimstandort dürfte sich künftig auch die Zahl der Kinder in der Gemeinde weiter erhöhen. Der Schulhort platzt schon jetzt aus allen Nähten. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, braucht er mehr Platz.

Vor allem Vertreter der mittleren und älteren Jahrgänge saßen am Freitagabend im Bürgerhaus zusammen. Junge Leute fehlten. Eine Mutter von zwei Kindern meldete sich bereits im Laufe des Freitags per Mail bei der Gemeinde und äußerte ihre drei Wünsche: ein Raum für die Kleinsten, ebenerdig, sodass man ihn auch mit Kinderwagen gut erreichen kann; ein großer Raum für ältere Kinder (in Begleitung der Eltern) zum Spielen, Basteln, Kochen oder um einen Kindergeburtstag zu feiern; und ein Raum für eine Kindersachen- und Spielzeugbörse.

Die Diskussion sollte damit eröffnet sein. Um verstärkt auch junge Leute aus allen Ortsteilen mit einzubeziehen, will die Gemeinde nun übers Internet und auf ihrer Facebookseite zur weiteren Ideensuche einladen.