merken

Hausbesitzer müssen schnell sein

Wer in Bernstadt sein Haus sanieren will, muss sich beeilen – wenn er eine Förderung will. Denn die zu bekommen, wird bald schwerer.

© Matthias Weber

Von Susanne Sodan

Anzeige
Ihr Zuhause. Unser Thema!

Wir hören zu: bei Themen, die Ihnen wichtig sind. Wir berichten: über Geschichten, die Ihnen am Herzen liegen. Schreiben Sie uns, was Sie bewegt!

Bernstadt. Das Eckhaus am Markt mit der Bäckerei im Erdgeschoss, das Rathaus, die Brücke zur Promenade, so manche Straße: Vieles, was heute schön saniert ist in Bernstadt, hat in den vergangenen 20 Jahren Hilfe vom SEP bekommen. Die drei Buchstaben stehen für ein Förderprogramm mit langem Namen: Städtebauliche Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen. 140 Mal haben in den vergangenen Jahren die Kommune wie auch Privatpersonen Unterstützung aus diesem Programm bekommen. Im Stadtrat am Donnerstag wurde es nun offiziell beendet, das Fördergebiet aufgelöst. Die SEP-Zeit ist ausgelaufen. Es gibt ein zweites Programm in Bernstadt, mit dem Private auch finanzielle Unterstützung für ihre Sanierungsprojekte erhalten können. Mit großer Wahrscheinlichkeit aber wird es bald komplizierter, Geld aus diesem Programm zu bekommen.

In der Stadtratssitzung zog Anja Huke von der Gesellschaft für Stadt- und Landentwicklung (GSL) ein Fazit. Die GSL hatte Bernstadt über die Jahre bei dem Förderprojekt SEP begleitet. Angefangen hatte es 1995, als Bernstadt ins SEP aufgenommen wurde. Dafür musste damals ein Gebiet festgelegt werden, in dem Förderungen dann in den nachfolgenden Jahren möglich waren. In Bernstadt war das Fördergebiet der Stadtkern: Markt, Görlitzer Straße, Bautzener Straße, Friedensring, Teile der Schulstraße und der Ostritzer Straße. Insgesamt umfasste das Fördergebiet 246 Gebäude. Auf einer Karte konnte man schauen, ob das eigene Haus dazugehörte.

Wollte man sein Gebäude sanieren – und es war eines der 246 – konnte man über das SEP Fördermittel beantragen. Möglich war das sowohl für die Stadt als auch für Privatpersonen. Das Geld aus dem SEP stammte von Bund und Freistaat, bei den Privaten gab auch die Kommune einen Teil dazu. Die Fördermodalitäten waren unterschiedlich. Für Privatpersonen galt, dass maximal 35 Prozent der Kosten für ein Vorhaben gefördert werden konnten. Im Privatbereich ging es dabei in den meisten Fällen um Teilsanierungen, zum Beispiel Erneuerungen des Daches oder der Fassade. Die Stadt ließ viel Infrastruktur – Straßen und Bürgersteige – instandhalten und auch kommunale Gebäude sanieren. Das Rathaus gehört dazu, die Brücke zur Promenade, am Friedensring und an der Bautzener Straße wurde manches mithilfe des Programmes schöner: 140 Einzelmaßnahmen. Insgesamt habe sich die Bausubstanz im Stadtkern verbessert, erklärte Anja Huke. Dennoch, auch im Stadtzentrum steht heute vieles leer, gerade bei den Gewerberäumen auf der Görlitzer Straße und auch am Markt. Handlungsbedarf bestehe auf jeden Fall weiterhin, auch bei den Sanierungen.

Es gibt ein zweites Programm, mit dem Förderungen bei der Haussanierung weiter möglich sind. Hat auch drei Buchstaben: SDP, Städtebaulicher Denkmalschutz. Dieses Programm läuft in Bernstadt bis 2020, wurde im Stadtrat erklärt. Aber: Für das Antragsverfahren ist eine neue Verwaltungsvorschrift gedacht. Bisher machten Teilsanierungen bei den privaten Antragstellern den Hauptteil aus. Sicher auch deshalb, weil viele Gebäudebesitzer, nicht nur auf dem Eigen, sich eine Gesamtsanierung nicht leisten können. Einen großen Teil der Kosten müssen Hausbesitzer trotz Förderung selber tragen. Aber gerade an Unterstützung für Teilmaßnahmen ranzukommen, soll komplizierter werden, hieß es im Stadtrat. Wenn Anwohner teilsanieren wollen – immer vorausgesetzt, ihr Gebäude passt in das SDP-Programm – sollten sie sich mit einem Antrag beeilen, riet Bürgermeister Markus Weise (Kemnitzer Liste). Wann genau die neue Regelung umgesetzt wird, ist nicht bekannt, ab Herbst wird mit der neuen Vorschrift gerechnet. Interessierte sollten sich zeitnah an das Bauamt wenden, heißt es von der Stadtverwaltung.