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Besitzer kritisiert Feuerwehreinsatz

Zu wenig Wasser, eine Stunde keine Reaktion bei einem Brand in Arnsdorf. Die Vorwürfe sind heftig, aber haltlos, sagen die Verantwortlichen.

© Christian Essler

Von Jens Fritzsche

Sie hätten sich einfach nur ein „Danke“ gewünscht. Stattdessen müssen die Feuerwehrleute, die Freitag vor einer Woche gegen die Flammen im Dachstuhl eines Wohnhauses an der Arnsdorfer Hufelandstraße kämpften, heftige Vorwürfe des Hauseigentümers einstecken. Der ist kein Unbekannter: Arvid Samtleben. Auf der von ihm betriebenen Facebookseite beschimpft er regelmäßig „die Politiker“, war auch als Chef der AfD im Kreis Bautzen nicht unumstritten und wurde letztlich aus dem Vorstand gedrängt. Auch seinen Listenplatz für die Landtagswahl hatte er über Nacht verloren, Parteichefin Frauke Petry soll ihn persönlich gestrichen haben …

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Nun wirft Samtleben den Feuerwehrleuten unter anderem vor, einen nahen Löschteich „nicht beachtet“ zu haben. Er spricht von „unfähiger Ausrüstung und Führungspersonal“. Außerdem hätten die Feuerwehrleute erst nach einer Stunde begonnen, zu löschen; und zwar erst nach seiner dringenden Bitte. Zuvor habe er sie weitgehend „Kaffee trinken“ und „rauchend“ am Einsatzort stehen sehen, weil „die Leitungen defekt“ seien und nicht genug Wasser da war, schreibt Samtleben in einer Art offenem Brief an Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer.

„Ein Faustschlag ins Gesicht all der Feuerwehrleute, die unter Einsatz ihres Lebens als Ehrenamtliche gegen die Flammen gekämpft haben“, ist zum Beispiel Radebergs Feuerwehrchef Frank Höhme außer sich. Auch die Radeberger Wehr war im Einsatz, gemeinsam mit Arnsdorf, Fischbach, Kleinwolmsdorf, Wallroda, Bischofswerda und Großröhrsdorf. 72 Feuerwehrleute; „und die sind absolut sauer“, sagt Arnsdorfs Bürgermeisterin Martina Angermann (SPD) nach der Donnerstag erfolgten Einsatz-Auswertung mit den Verantwortlichen. „Das ist üblich nach Großeinsätzen, aber natürlich spielte vor allem dieses Schreiben eine Rolle.“ Und sie verweist darauf, dass viele Vorwürfe unhaltbar seien. „Die Wasserversorgung stand, zum Beispiel vom Bad her, es war jederzeit ausreichend Wasser vorhanden!“ Auch, dass es eine Stunde gedauert habe, bis gelöscht wurde, stimme nicht. „Natürlich müssen zunächst Schlauchverbindungen aufgebaut werden und die Feuerwehr muss sich ein Bild der Lage verschaffen, diese Zeit ist bei jedem Einsatz notwendig – und eines ist klar: Die Feuerwehren haben es geschafft, dass sich der Brand nicht ausbreiten konnte und keine Wohnung vom Feuer angegriffen wurde.“ Dass die 16 Bewohner trotzdem anderweitig untergebracht werden mussten, liegt an Löschwasser und Frost, was das Haus aktuell unbewohnbar macht. Mehr will die Bürgermeistern zunächst nicht sagen. Das wird aber der Landkreis tun, der sich bereits mit den Vorwürfen beschäftigt.

Schlecht weg kommt bei Samtleben auch die Polizei. Die sei wegen Unterbesetzung nicht in der Lage, zahlreiche Brände der vergangenen Jahre im Raum Arnsdorf aufzuklären. Und auch an den aktuellen Ermittlungen lässt er kein gutes Haar. Sonnabend sei die Polizei ohne Hund da gewesen „denn es gibt am Wochenende auch keine Spürhunde mehr“. Polizeisprecher Thomas Knaup will das nicht kommentieren, die Polizei werde ihm schriftlich antworten: „Unsere Aufgabe ist nicht, jemanden dabei zu unterstützen, Aufmerksamkeit zu erhaschen.“ Den Vorwurf zu schleppender Ermittlungen will er aber nicht stehen lassen: „Wir waren vor Ort, haben Spuren gesichert – doch durch den strengen Frost und das Löschwasser ist das Haus total vereist, Ermittlungen sind im Moment einfach nicht in vollem Umfang möglich!“

Dass Brände nicht aufgeklärt wurden, stimmt so auch nicht: Erst jüngst war eine Frau für eine Brandserie auf dem Eschebach-Areal in Radeberg überführt worden.

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