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Heftige Kommentare zur Fummel-Theorie

Nicht jedem schmeckt es, dass das Meißener Traditionsgebäck Wurzeln in der Türkei haben könnte.

Meißen. Ein SZ-Interview mit dem Kulturwissenschaftler Dr. Hans Sonntag aus Weinböhla hat am Mittwoch im Internet zu zahlreichen kontroversen Reaktionen geführt. Der Forscher zeigt in dem Gespräch Parallelen zwischen Gebäck aus Indien und der Türkei sowie der Meißner Fummel auf. Die Begeisterung August des Starken für den Orient benennt er als einen möglichen Anlass, wie das hohle Gebäck den Sprung aus Asien nach Europa geschafft haben könnte.

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Dies schmeckt nicht allen SZ-Lesern. So schreibt etwa Kommentator Lukas Treuherz, der sich auf dem Videokanal Youtube als sächsischer Patriot darstellt, es sei vollkommen egal, was die Türken backen würden. Die Wurzeln der Fummel lägen in Sachsen und seien somit deutsch. Ähnlich kommentiert René Haußig. Ihm stellten sich die Haare auf, wenn er höre, die Fummel stamme aus der Türkei, so der Meißner. Die gleiche Ansicht vertritt die Meißnerin Dana Weiß. Sie äußert ihr Unverständnis darüber, dass „überall ein Touch Ausland mit reinmüsse.“

Auf der anderen Seite liefert der Beitrag einen willkommenen Anlass für Scherze über Ideen von einer reinen Herkunft sächsischer oder deutscher Speisen. So schreibt Eva Helms aus Radebeul ironisch: „Am Ende is der Kaffee och ni säggsch?“ Sie spielt damit darauf an, dass das Heißgetränk im Zuge der Türkenkriege ab dem 17. Jahrhundert nach Europa kam. Das türkische Heer soll nach einer verlorenen Schlacht Kaffeebohnen vor Wien zurückgelassen haben, die dem Getränk zum Durchbruch verhalfen.

Auch Vertreter der Satire-Partei Die Partei haben sich des Themas in Meißen angenommen. „Die Muselmanen gönnen uns nichts“, heißt es in ihrem Beitrag. (SZ)