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Heidenau: Superblitzer im Dauereinsatz

Fast 30.000 Kraftfahrer im Landkreis SOE haben schon Erfahrung mit ihm gemacht. Den Rekord hält einer, der mehr als doppelt so schnell wie erlaubt fuhr.

Von Heike Sabel
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Zwischen zwei Verkehrsschildern entdecken in Heidenau viele Kraftfahrer den Superblitzer zu spät.
Zwischen zwei Verkehrsschildern entdecken in Heidenau viele Kraftfahrer den Superblitzer zu spät. © Karl-Ludwig Oberthür

Der neue Blitzer des Landkreises ist seit knapp einem Jahr im Einsatz und dürfte bald 30.000 Mal geblitzt haben. Bis 15. Oktober zeigte er Kraftfahrern 29.269 Mal das Blitzlicht. Aktuell und nicht zum ersten Mal steht er in Heidenau. Das ist neben der B173 in Kesselsdorf ist Heidenau der bisher häufigste Standort. Seit Freitag haben hier weitere zahlreiche Fahrer die "rote Karte" gesehen. Insgesamt stand der Blitzer in Form eines Anhängers bisher an 15 verschiedenen Stellen. Der Wechsel des Standortes erfolgt in unterschiedlichen Abständen. Die genaue durchschnittliche Dauer an einem Ort wird statistisch nicht erfasst.

Das Ordnungsamt entscheidet, wo der Blitzer aufgebaut wird. Die Orte sind meist an Unfallschwerpunkten, an Schulwegen, in der Nähe von Schulen und Kindertagesstätten, sagt das Landratsamt. Man wählt aber auch Standorte aus, zu denen es von Bürgern oder Gemeinden Hinweise gibt. Der aktuelle Platz in Heidenau hat sich zwar inzwischen herumgesprochen, ist jedoch tatsächlich ein Raser-Schwerpunkt. Kaum einer hält sich hier an die 50 km/h und wenn doch, wird er garantiert überholt.

Mehr als doppelt so schnell wie erlaubt

Den negativen Geschwindigkeitsrekord hält aktuell ein Kraftfahrer, der mehr als doppelt so schnell wie erlaubt war: 153 km/h bei erlaubten 70 km/h an der B173 in Kesselsdorf. Die knapp 30.000 Temposünder brachten dem Landkreis bisher rund 593.000 Euro. 231 Mal wurde gegen die Zahlungsbescheide Einspruch eingelegt. Wie diese ausgingen, sagt das Landratsamt nicht. Zum Teil sind sie auch noch nicht entschieden.

Bis zu 1.000 Blitze am Tag

Mit der reichlichen halben Million Euro hat das Landratsamt etwa zwischen der knappen Hälfte und reichlich einem Drittel der Kosten für die Anschaffung rein. Das Gerät kostet zwischen 120.000 bis 150.000 Euro, das Landratsamt selbst nennt keinen konkreten Preis. Der Blitzer ist nicht nur wegen seines Preises ein besonderer, er heißt auch nicht einfach nur Blitzer, sondern es ist ein "Enforcement-Trailer". Er kann bis zu zehn Tage autonom arbeiten, schafft bis zu 1.000 Blitzer am Tag und das bei Minus 25 Grad ebenso wie bei 60 Grad plus.

Sechsmal wurde er durch Vandalismus beschädigt. Dabei entstanden unter anderem in Heidenau, Struppen und Schmilka Schäden von rund 4.000 Euro. Die Spuren der Farbe sind noch zu sehen. Aufgrund der notwendigen Reparaturen fiel der Blitzer insgesamt etwa 14 Tage aus.