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Heidenauer Großbrand vernichtet Existenz

Mindestens zwölf Autos, drei Busse, zahlreiche Technik, viele Maschinen und Ersatzteile sind am Donnerstag den Flammen zum Opfer gefallen.

Ein Bild der Verwüstung: Das Feuer in Heidenau breitete sich schnell auf Autos und Werkstätten aus.
Ein Bild der Verwüstung: Das Feuer in Heidenau breitete sich schnell auf Autos und Werkstätten aus. © Marko Förster

Am Tag danach ist die Zufahrt zur Brandstelle verschlossen. Dahinter sieht es trist aus. Das Feuer am Donnerstag und der Schaden haben den Betreiber von Autohandel und Werkstatt in eine tiefe Krise gestürzt. Am Telefon sagt er am Freitag mit brüchiger Stimme, es gehe ihm nicht gut und er kann jetzt nicht darüber reden. Er habe alles verloren.

Das Feuer hinterließ ein Bild der Verwüstung: Neben dem Gebäude mit etlichem Werkzeug, Ersatzteilen und Motoren sind mindestens zwölf Gebrauchtwagen und drei alte Busse sowie eine Werkstatt und eine weitere benachbarte Werk- und Lagerhalle ausgebrannt. Eine Vielzahl weiterer Fahrzeuge und auch Anhänger um Umkreis wurden durch Hitze und umherfliegende Glut beschädigt. In der Halle selbst gingen laut dem Grundstückseigentümer zwei Hebebühnen und Gabelstapler, unendlich viel Werkzeug, Maschinen, Auto-Ersatzteile, Motoren und technisches Zubehör in Rauch auf. Die Feuerwehr habe mehrere Propangasflaschen aus der Hitze gerettet. In einem Separee hätten Schweißgeräte gestanden. Die Flaschen seien zwar "abgepfiffen, aber nicht explodiert", sagte der Feuerwehr-Einsatzleiter am Donnerstag. Die sicht- und hörbaren Detonationen wurden durch die vielen Reifen, die nach und nach geplatzt waren, verursacht. Zum entstandenen Sachschaden gibt es noch keine Aussagen. Ernsthaft verletzt wurde niemand.

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Nach sieben Stunden alles gelöscht an der S172

Das Gelände war schwer zugängig, was die Löscharbeiten erschwerte. Aus Platzgründen konnte auch keine Drehleiter aufgestellt werden. Die Feuerwehrleute setzten vor allem Schaum ein, um das Feuer zu löschen. Mit der Chemikalie versetzte die Feuerwehr das Löschwasser, insbesondere um ein brennendes, immer wieder aufflammendes Lager aus Altreifen zu ersticken. Etwa 700 Liter wurden insgesamt verwendet. Am Donnerstagabend rollte ein Spezialfahrzeug an, das das mit dem Schaum kontaminierte Löschwasser rings um die Brandstelle absaugte, damit möglichst wenig davon ins Erdreich und in die Kanalisation kommt.

Für die Feuerwehr war der Brand am Donnerstagabend abgeschlossen. Nachkontrollen hatten keine Gefährdung mehr ergeben, sagt Heidenaus Wehrleiter Rene Pelzer. Gegen 17.30 Uhr war nach fast sieben Stunden das letzte Feuerwehrfahrzeug vom Unglücksort wieder abgerückt. Für die Heidenauer war es der 33. Einsatz in diesem Jahr. Im Schnitt ist ein Großbrand im Jahr dabei, jedoch nicht immer in Heidenau. Nach dem Großfeuer vor elf Monaten auf der Rudolf-Breitscheid-Straße ist es nun aber schon das zweite in der Stadt. Hinsichtlich der Schwere und der Bedingungen übertraf der vom April vorigen Jahres den aktuellen, sagt Pelzer.

Kripo ermittelt nach Großbrand in Heidenau

Das Feuer war am Donnerstag gegen 10.40 Uhr in der Werkstatt eines von drei Autohändlern, die auf dem gemeinsamen Grundstück Gebrauchtwagen reparieren und verkaufen, entfacht. Wenn Autos auseinandergenommen werden, kommen Trennschleifer oder ähnliches zum Einsatz. Wenn dann noch Benzin im Tank ist, braucht es nicht viel, und ein Funke löst so ein Feuer aus, sagt Pelzer.

Für die Feuerwehren war es ein Einsatz "aus der Kalten". Sie können seit Wochen keine Dienste leisten und Abläufe trainieren. "Aber das ist nicht das Problem, die Handgriffe sitzen bei allen, da braucht sich keiner zu sorgen", sagt Pelzer.

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Bereits kurz nach dem Mittag kamen am Donnerstag Kriminalisten an den Brandort und nahmen ihre Ermittlungen auf. Ein Mann aus dem betroffenen Autohandel wurde schon am Mittag von den Polizisten um seine Aussagen gebeten und erstmal mitgenommen. Am Donnerstag waren auch die Brandermittler mit Hunden vor Ort, um Spuren zu sicher. Nächste Woche soll das Landeskriminalamt folgen. Wie schwer eine Aufklärung sein kann, zeigt das Beispiel Breitscheidstraße. Hier gibt es bis heute keine offiziellen Ergebnisse der Ermittlungen.

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