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Schilderhauptstadt Großsedlitz

Heidenaus Stadtteil Großsedlitz ist durch den Barockgarten etwas Besonderes. Doch nun gibt es noch zwei weitere Gründe.

Abgesehen davon, dass der Mast mit den drei Verkehrsschildern schief ist, ballen sich an dieser Ecke in Großsedlitz die verschiedensten Schilder.
Abgesehen davon, dass der Mast mit den drei Verkehrsschildern schief ist, ballen sich an dieser Ecke in Großsedlitz die verschiedensten Schilder. © Daniel Schäfer

Wenn man einen Quotienten aus Schildern pro Einwohner bilden würde, dann hätte Großsedlitz große Chancen auf einen Hauptstadttitel. Und dafür reicht schon, sich nur eine Ecke anzuschauen und zwar den Bereich Parkstraße, Am Hasensprung und Neubauernweg. Egal wohin man hier schaut, man sieht Schilder. Hier gibt es nicht nur besonders viele Schilder, sondern auch ein falsches, eines, bei dem man sich fragt, für wen es ist und eines, das Leute auf der Suche nach dem Barockgarten schnurstracks in ein privates Grundstück führt. Aber diese drei Schilder fallen freilich bei so vielen auch nicht mehr ins Gewicht. Insgesamt kommt man im Kreuzungsbereich auf knapp 30 verschiedene Schilder.

Hauptstraßen-Durcheinander

Besonders viele sind es an der Ecke, wenn man von der Parkstraße nach links in Am Hasensprung in Richtung Barockgarten einbiegt. Theoretisch müsste man da als Autofahrer erst einmal anhalten, um alle zu erfassen. Die Wanderwegschilder sind erst kürzlich noch dazugekommen, sagen Anwohner.

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Für die gibt es sogar ein extra Schild, damit sie bei der Ausfahrt nie vergessen, dass sie den anderen die Vorfahrt zu lassen haben. Dort, wo es viele Schilder gibt, kommt es nun auf eines mehr auch nicht an. Gut, dass kann man im schilderverliebten Deutschland noch als Fürsorge gelten lassen. Abgesehen davon, dass das Schild ständig umgefahren wird.

So wie die Hauptstraße auf dem Schild verläuft, verläuft sie nicht wirklich.
So wie die Hauptstraße auf dem Schild verläuft, verläuft sie nicht wirklich. © Daniel Schäfer

Direkt falsch ist jedoch das Schild der Haupt- und Nebenstraßen, wenn man von Am Hasensprung kommt. So wie es da steht, verlaufen die Straßen irgendwie gar nicht. Wenn man davon ausgeht, dass der Hasensprung die Nebenstraße ist, verläuft die Hauptstraße auf dem Schild genau falsch. Die zweite Interpretation ist auch nicht viel richtiger. Ihr zufolge sähe es dann aus, als ob der Hasensprung mit der Pirnaer Straße die Hauptstraße ist. Egal wie man es dreht, es wird nicht richtiger. Dass es hier noch nicht gekracht hat, wundert Anwohner nun wieder. Aber die Autofahrer müssen ja langsam fahren, um die vielen Schilder zu verstehen, die somit also doch einen Zweck haben.

Gut gemeint, aber nicht gut gemacht

Die Stadt Heidenau kann keine konkrete Stellungnahme abgegeben, sagt Ordnungsamtsleiter Torsten Walther. Die derzeit vorhandene Verkehrsbeschilderung wurde nach dem Ausbau der Pirnaer Straße und dem Platz in dem Kreuzungsbereich mit dem Landkreis und der Polizei so abgestimmt. Wesentliches Argument für die abbiegende Vorfahrtsstraße war dabei, dass die Buslinie vorfahrtsberechtigt durch Großsedlitz geführt werden soll bzw. muss.

Insbesondere im Bereich der Einmündung der Straße Am Hasensprung und der Parkstraße müssen Vorfahrtsregelungen geschaffen werden, um die abbiegende Vorfahrtsstraße von der Parkstraße in den Neubauernweg bzw. in der Gegenrichtung zu ermöglichen, sagt Walther. Und genau darum geht es. Doch passt eben nur das Schild nicht dazu.

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