merken
PLUS Pirna

Heidenau: So wohnt man jetzt im Bahnhof

Fünf der 14 Wohnungen sind bereits vermietet. Mit bis zu 9,50 Euro pro Quadratmeter gehören sie zu Heidenaus teuersten.

Von vorn: Treppen und Rampe führen zu den Haustüren.
Von vorn: Treppen und Rampe führen zu den Haustüren. © Daniel Schäfer

Heidenaus Siegfried-Rädel-Straße 1 ist wieder eine Wohnadresse. Zum 1. April werden hier im ehemaligen Bahnhof Nord die ersten Mieter einziehen. Einer ist eine Familie aus Dresden mit zwei Kindern, die sich für eine der Vier-Raum-Wohnungen entschieden hat.

Ein anderer der alte Besitzer: Die Bahn. Dort wo das alte Kassenhäuschen und die Wartebänke standen, befindet sich die Wohnung, die die DB Regio für zehn Jahre als Aufenthaltsräume für ihre Mitarbeiter gemietet hat. Die Wohnung hat einen eigenen Eingang so wie eine noch freie 70 Quadratmeter große Drei-Raum-Wohnung nebenan. Hier muss man aber auch gut zu Fuß sein, denn die Wohnung befindet sich im Obergeschoss.

TOP Immobilien
TOP Immobilien
TOP Immobilien

Finden Sie Ihre neue Traumimmobilie bei unseren TOP Immobilien von Sächsische.de – ganz egal ob Grundstück, Wohnung oder Haus!

Linoleum wegen des Denkmalschutzes

Von den insgesamt 14 Wohnungen sind fünf vermietet. Fünf Zwei-Raum-, eine Drei-Raum- und drei Vier-Raum-Wohnungen sind noch frei. Die Wohnungen haben komplett Fußbodenheizung, weiße Einbauküchen und komplett geflieste Bäder. "Es muss gut und zeitlos ausschauen", sagt der gebürtige Allgäuer Uwe Herrmann. Die Dachfenster haben elektrische Außenjalousien. Eine Seltenheit für Denkmale. Eine Forderung des Denkmalschutzes war unter anderem das Linoleum auf den Stufen in den Treppenhäusern.

Blick in die Küche: Weiße Einbauküchen sind in allen Wohnungen Standard. Die Dachfenster haben elektrische Außenjalousien.
Blick in die Küche: Weiße Einbauküchen sind in allen Wohnungen Standard. Die Dachfenster haben elektrische Außenjalousien. © Daniel Schäfer
Blick in eines der Badezimmer, die alle komplett gefliest und recht groß sind.
Blick in eines der Badezimmer, die alle komplett gefliest und recht groß sind. © Daniel Schäfer
Blick auf den Bahnhof: Sind die Fenster geschlossen, hört man die Züge nicht. Anders auf den Balkons.
Blick auf den Bahnhof: Sind die Fenster geschlossen, hört man die Züge nicht. Anders auf den Balkons. © Daniel Schäfer

Die Fenster lassen keine Zuggeräusche durch. "Man sieht die Züge, aber hört sie nicht", sagt Investor Uwe Herrmann. Wenn man auf dem Balkon sitzt, ist das freilich anders. Dann sieht man derzeit auch noch die Erdhaufen. Doch Herrmann hat keine Sorge, dass der Zugverkehr die Vermietung der weiteren Wohnungen verzögert. Sonst hätte er den Bahnhof nicht gekauft. Zudem sorgen die quer durch Heidenau verlaufenden Bahngleise dafür, dass viele Menschen an ihnen wohnen. In den kommenden Jahren soll der Lärmschutz deshalb verbessert werden.

Bei den Terminen zum Tag der offenen (Bahnhofs-)Tür wurden die Wohnungen etwa 20 Interessenten gezeigt. Herrmann hat kalkuliert, dass bis Ende Juli alle Wohnungen vermietet sind. Ein 83-jähriger alter ehemaliger Bahn-Mitarbeiter aus Heidenau wäre sofort eingezogen. "Wenn ich nicht schon so alt wäre", sagt er. Er würde das Haus wohl innen nicht mehr wiedererkennen.

Die nächsten Wohnungen werden noch teurer

Mit einer Quadratmeter-Miete von bis zu 9,50 Euro kalt liegen die Bahnhofswohnungen im aktuell oberen Bereich für Heidenau. Im nächsten Heidenauer Vorhaben von Uwe Herrmanns Ventar-Gesellschaft werden sie noch höher sein. Es werden zehn Wohnungen im Schloss Lützow sein. Und auch der Süd-Bahnhof in Heidenau gehört Ventar. Hier soll bis Ende des Jahres feststehen, wie er umgebaut und künftig genutzt werden kann. Einem Prinzip bleibt Herrmann dabei treu: Gebaut wird erst, wenn die Wohnungen bzw. Nutzungseinheiten verkauft sind. Für die Anlage-Käufer übernimmt die Ventar dann auch die Vermietung. In Heidenau hat Ventar so bisher unter anderem den Dreiseithof auf der Lugturmstraße und das Eckegebäude an der August-Bebel-/Mühlenstraße umgebaut.

Von hinten: Der Wall aus Erde verschwindet noch, die Bahngleise und das Louvre-Dach über dem Durchgang bleiben.
Von hinten: Der Wall aus Erde verschwindet noch, die Bahngleise und das Louvre-Dach über dem Durchgang bleiben. © Daniel Schäfer

Weiterführende Artikel

Wohnen im Nord-Bahnhof

Wohnen im Nord-Bahnhof

Der Zug vorm Fenster ist nicht jedermanns Sache, doch der Investor hält Wort und Heidenaus Mitte gewinnt.

Mit dem Bahnhof ist die zweite Ruine im Zentrum verschwunden. Vor Jahren war es das lange Gebäude am Platz der Freiheit schräg gegenüber, das nach Jahrzehnten des Verfalls saniert wurde. Den Wohnungsbau rund um den Bahnhof rundet der Neubau der Wohnungsgesellschaft Elbtal an der Bahnhofstraße ab. Mit seiner modernen Architektur sorgt er für unterschiedliche Meinungen. Unterdessen hat die nächste Baustelle bereits begonnen: für fünf Häuser mit 53 Wohnungen am Markt.

Mehr Nachrichten aus Pirna und Heidenau lesen Sie hier.

Den täglichen kostenlosen Newsletter können Sie hier bestellen.

Mehr zum Thema Pirna