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Heidenau: Was passierte in diesem Haus?

War der Brand im September die Folge eines Streits unter Saufkumpanen? Opfer und Täter kannten sich Anwohnern zufolge.

Ein Wohnhaus in Heidenau auf der Käthe-Kollwitz-Straße.
Ein Wohnhaus in Heidenau auf der Käthe-Kollwitz-Straße. © Daniel Schäfer

Der 9. September 2020 ist so ein Tag, den die Bewohner der Käthe-Kollwitz-Straße in Heidenau wohl ihr Leben lang nicht vergessen. Am frühen Morgen hatte es ganz oben im Eingang Nummer 2 gebrannt. Was damals wie ein schlimmer Brand aussah, scheint nun noch schlimmer zu sein. Die Staatsanwaltschaft hat zwei Jugendliche, die schon zwei Tage nach dem Brand festgenommen worden waren, jetzt wegen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung angeklagt. Bei Nachbarn weckt das Erinnerungen an die Stunden damals.

Verpuffung schreckte alle auf

Es begann mit dem Knacksen, diesem Geräusch, wenn Holz brennt, erinnert sich eine Frau aus dem Nachbaraufgang. Dann diese Verpuffung. Da wussten alle, irgendwas stimmt nicht. Als die Nachbarn aus dem Fenster schauten, sahen sie schon die Flammen. Schnell waren auch Feuerwehr und Polizei da - und weitere Bewohner. So groß ist Mügeln nicht, als dass sich so etwas rumspricht. Noch dazu, wenn in frühen Morgenstunden ein Großaufgebot an Blaulicht zu sehen ist.

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Die beiden Personen in der brennenden Wohnung konnten sich retten, weil einer von ihnen aufwachte. Dass die Brandstifter den Tod der beiden in Kauf nahmen, hat ihnen nun die Anklage wegen versuchten Mordes eingebracht.

Party, Musik, Frauen, Alkohol

Der Mieter der in Brand gesetzten Wohnung soll nach Beobachtungen von Nachbarn gern die Nacht zum Tag gemacht haben. Party, laute Musik, Frauen, Alkohol. Einer Nachbarin zufolge sollen sich Opfer und Täter auch gekannt haben. "Die jungen Leute waren fast täglich da", sagt sie und vermutet, dass man sich vielleicht im Suff gestritten habe. Der Mieter habe im September noch nicht lange da gewohnt, vielleicht ein halbes Jahr. Woher er gekommen war, weiß die Nachbarin nicht.

Sie selbst war vom Brand nicht betroffen. Anders als die unteren Wohnungen im Brandeingang. Die hatten alle das Löschwasser in ihren Wohnungen. Auch einige Mieter aus den angrenzenden Wohnungen des Nachbareingangs hatten noch Nässeschaden. Der Sachschaden wurde mit insgesamt rund 80.000 Euro angegeben.

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Die Tatsache, dass der Brand nun als versuchter Mord geahndet wird, erschreckt manche. In Mügeln passiere immer mal was, sagt eine Frau, doch so etwas mache Angst. Auch, weil sie um den Ruf des Wohngebietes fürchte, der ohnehin leider schon schlechter als das Leben hier.

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