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Heidenau: Dampfer dampfen vorbei

Seit zwei Jahren hält an der Elbe in Heidenau kein Schiff mehr. Das hat Gründe und Folgen. Nun könnte es einen neuen Anlauf geben.

Anleger ins Nichts: Neben der Fähre in Heidenau steht der abgesperrte Anleger. Hier hält seit zwei Jahren kein Dampfer mehr.
Anleger ins Nichts: Neben der Fähre in Heidenau steht der abgesperrte Anleger. Hier hält seit zwei Jahren kein Dampfer mehr. © Daniel Schäfer

Heidenau liegt an der Elbe - was noch lange nicht heißt, dass hier auch Dampfer festmachen. Das war mal so. Manche können sich sogar noch daran erinnern. Auch wenn die Dampfer aktuell nicht fahren; wenn sie wieder fahren, wäre es doch schön, wenn sie auch in Heidenau wieder halten würden. So jedenfalls regte es jetzt ein Bürger in der Fragestunde im Stadtrat an.

Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU) sieht im Betreiberwechsel der Sächsischen Dampfschifffahrt eine Chance, das Thema noch einmal anzusprechen. Die insolvente Sächsische Dampfschiffahrt GmbH hat seit September vergangenen Jahres einen neuen Eigentümer, das Schweizer Binnenschifffahrtsunternehmen United Rivers AG aus Basel. Viel Hoffnung macht sich Opitz aber nicht wirklich.

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Zu und auf und immer weniger Passagiere

Es waren eben immer weniger Fahrgäste geworden, die in Heidenau ein- und ausstiegen. 2017 stiegen in Heidenau 392 Leute ein. Auch wenn es 2014 noch 457 waren, richtig viel war auch das nicht. Noch weniger sind ausgestiegen. Vergleichbar sind die Heidenauer Zahlen unter anderem mit denen von Prossen. 2019 hatte die damalige Geschäftsleitung der Dampfschifffahrt deshalb beschlossen, dass Schiffe in Heidenau nicht mehr anlegen.

Zu, auf, zu

  • 1992: Die Anlegestelle Heidenau wird aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen
  • 2003: Nach elfjähriger Pause legen Dampfer wieder an.
  • 2019: Die Anlegestelle wird wieder außer Betrieb genommen.

Ein Grund für die niedrigen Zahlen ist der Fakt, dass der Heidenauer Anleger bei einem Pegel unter 1,20 Meter nicht mehr angefahren werden kann, was in warmen und wasserarmen Sommern immer häufiger der Fall ist. 2019 war das zum Beispiel den ganzen Juli bis September der Fall, auch wenn Heidenau da bereits nicht mehr im Fahrplan stand.

Die Ausfalltage schon vorher spielten sich natürlich auch in den Fahrgastzahlen wider. Wenn kein Dampfer hält, kann auch keiner ein- oder aussteigen. Und so eine unsichere Haltestelle spricht auch nicht gerade für Erfolg. Also fährt, wer aus Heidenau mal wieder eine Fahrt mit dem Dampfer machen will, lieber gleich nach Pirna oder Dresden.

Verlegung des Anlegers kostet viel Geld

Nun könnte man ja die Anlegestelle einfach verlagern, in einen Bereich, wo das Wasser tiefer ist. Theoretisch wäre das möglich. Praktisch scheitert es an den Kosten. Denn eine neue Anlegestelle entsteht ja nicht, indem man einen Anleger hinlegt und gut. "Eine Ertüchtigung einer neu verorteten Anlegestelle ist mit hohen Kosten verbunden", sagt Schifffahrtssprecher Robert Körner. Abgesehen davon, dass sie einer Genehmigung bedarf.

Schon vor Jahren war eine Verlegung der Heidenauer Anlegestelle in Richtung des S-Bahn-Haltepunktes Großsedlitz vorgeschlagen worden. Vom nahen Barockgarten hatte man sich auch wieder mehr Schiffspassagiere versprochen. Doch schon damals scheiterte eine Realisierung.

Heidenau liegt zwar an der Elbe, aber es ist eben - trotz Barockgarten und Schloss Weesenstein in der Nähe - nicht das touristische Ziel, zumal ein paar Minuten elbaufwärts Pirna und elbabwärts Pillnitz liegen und zum Besuch einladen. So sehr Heidenau auch kämpft, es ist für Touristen und Radler auf dem Elbradweg mehr der Ort zum Durchfahren als zum Anhalten.

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