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Heidenaus trauriges Denkmal

Vor 47 Jahren wurde an der Oberschule ein Gedenkstein eingeweiht, der doppelt vergessen scheint. Nachdem auch ein anderer erneuert wurde, besteht Hoffnung.

Kaum noch zu lesen und auch sonst vergessen: Das Herta-Lindner-Denkmal der Heidenauer Oberschule.
Kaum noch zu lesen und auch sonst vergessen: Das Herta-Lindner-Denkmal der Heidenauer Oberschule. © Daniel Schäfer

Fritz Gumpert hat frische Farbe und einen neuen Platz bekommen. Und was wird mit dem Denkmal von Herta Lindner, fragt Sächsische.de-Leser Matthias Piel. Beide Denkmäler sind Antifaschisten gewidmet. Während das am gleichnamigen Platz an Gumpert erinnernde nun wieder würdig ist, befindet sich das für Herta Lindner an der Goethe-Oberschule in einem traurigen Zustand. Die Schrift unleserlich, der Stein und seine Geschichte fast vergessen.

Herta Lindner wurde am 3. November 1920 in Bohosudov (Mariaschein/ CSSR) geboren. Ihr Vater war Bergarbeiter und ein langjähriges Mitglied der kommunistischen Partei. Gemeinsam mit ihm und anderen Deutschen kämpfte Herta Lindner gegen den Faschismus. Im Oktober 1938 musste sie ihren Wirkungskreis verlassen und zog nach Dresden. Sie war als Verkäuferin tätig und arbeitete illegal mit einer anderen Widerstandsgruppe zusammen. Am 27. November 1941 nahm die Gestapo sie fest. Der faschistische Volksgerichtshof verurteilte sie wegen Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode. In Berlin-Plötzensee wurde Herta Lindner am 29. März 1943 enthauptet.

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In Buch und Wahrnehmung verschwunden

Das Denkmal wurde am 7. Oktober 1974 anlässlich des 25. DDR-Jahrestages eingeweiht. Es trug den Namen von Herta Lindner, Angaben zu Geburtstag und Ort, den Hinweis "hingerichtet am 29.03.1943 in Plötzensee" sowie den Satz "Sie gab ihr Leben im Kampf für die Arbeiterklasse". Bis 1989 wurde das Denkmal von der Pioniergruppe an der Goethe-Oberschule gepflegt. Dafür bekam sie 1979 eine Urkunde, hat das Akubiz in seinem Archiv gefunden. Im März 1989 stellte die Arbeitsgruppe Mahn- und Gedenkstätten fest, dass der Gedenkstein aus dem Manuskript für die Veröffentlichung „Erinnerungsstätten der Arbeiterbewegung im Bezirk Dresden“ herausgenommen werden soll. Der Grund: Ort und Person stehen nicht in Beziehung, also die Goethe-Oberschule auf der Ernst-Thälmann-Straße und Herta Lindner.

Geblieben ist das Denkmal trotzdem, auch wenn es scheinbar vergessen wurde. Ob es erneuert wird, prüft derzeit der Heidenauer Bauhof. Der war es auch gewesen, der die Buchstaben am Fritz Gumpert-Stein wieder leserlich machte. Nicht nur Piel würde sich freuen. Er hatte im Oktober veranlasst, dass der vergessene und völlig eingewachsene Gedenkstein für die Opfer des Zweiten Weltkriegs in Pirna-Liebethal an einen neuen würdigen Ort hinter der Kirche umgesetzt wurde.

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