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Heidenau: War's das mit dem Schallschutz der Bahn?

Jetzt wurden Dämpfer eingebaut. Von Wänden ist erstmal keine Rede. Warum und wann sich das ändern könnte.

Von Heike Sabel
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Immer an den Wohnhäusern vorbei: In Heidenau sind Bahn und Menschen sich besonders nah.
Immer an den Wohnhäusern vorbei: In Heidenau sind Bahn und Menschen sich besonders nah. © Marko Förster

Die Bahn fährt quer durch Heidenau. Fast durchgängig wohnen auf beiden Seiten davon Menschen. Für die ist der Lärmschutz das A und O. Fenster halten einiges ab, doch das entbindet die Bahn nicht von ihrer Verantwortung. Deshalb hat jetzt auf 4,6 Kilometern durch Heidenau Schienenstegdämpfer an beiden Hauptgleisen eingebaut.

Man sieht sie zwar nicht direkt, aber man soll sie spüren in Form von weniger Lärm. Die Dämpfer reduzieren die Schwingung der Schiene, was einen geringeren Schall zur Folge hat. Dämpfer reduzieren den Lärm um drei Dezibel. Viel ist das aber nicht. Eine Differenz von drei Dezibel gilt lediglich als wahrnehmbar. Trotzdem gehören die Dämpfer laut Deutscher Bahn zu den "aktiven lärmmindernden Maßnahmen", sagt eine Sprecherin. Genau wie Schallschutzwände. Und wann kommen die?

Neue Strecke nicht vor 2035 fertig

Dazu gibt es keine Antwort, nur den Verweis auf den Zusammenhang mit der Neubaustrecke Dresden-Prag. Solange die nicht steht, wird es in Heidenau keine Schallschutzwände geben. Das sagt zwar im Moment zumindest von der Bahn niemand so deutlich, aber die Fakten sprechen dafür.

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Solche Wände sind nicht billig, weshalb sie mindestens 25 Jahre stehen müssen. Würde man sie nun in Heidenau bauen und dann die Bahnstrecke mit den breiteren bzw. zusätzlichen Gleisen, müssten sie wieder abgerissen werden. Mit der Inbetriebnahme der neuen Strecke wird nicht vor 2035 gerechnet. Es kann also auch später werden. Dass das dazu führt, dass Heidenau eher Schallschutzwände bekommt, davon ist eher nicht auszugehen.

Aus Heidenau kaum Kritik

Für das Großvorhaben mit Wohnungen auf dem ehemaligen Mafa-Gelände bedeutet das unter anderem mehr Investitionen in den Schallschutz. Für viele Heidenauer entlang der Bahnstrecke aber heißt es, noch länger warten zu müssen. Der Zustand der vorbeirauschenden Züge ist für manche inzwischen schier unerträglich. Dennoch kommen aus Heidenau im Gegensatz zu Dohma kaum Kritik und Hinweise zur Neubaustrecke. Zwar hat der Stadtrat Heidenau auf Antrag des damaligen Linksbündnisses ein "Nein zum Überholbahnhof in Heidenau" beschlossen, ob das jedoch große Auswirkungen hat, darf bezweifelt werden.