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Heidenau: Wer hat was gegen Globus im Real?

Heidenau will Globus und Globus will Heidenau. Doch offenbar gibt es noch andere Interessen.

Noch steht Real draußen dran. Ob Globus folgt, scheint nun nicht mehr so sicher.
Noch steht Real draußen dran. Ob Globus folgt, scheint nun nicht mehr so sicher. © Norbert Millauer

Die einen freuten sich bereits auf Globus, die anderen hätten lieber Kaufland gehabt und doch waren die allermeisten zusammen froh, dass im Heidenauer Real auch weiter eingekauft werden kann. Das war der Stand Anfang dieses Jahres, als die Übernahme von Real in Heidenau von Globus angekündigt wurde. Seither wird darauf gewartet, dass der Wechsel irgendwie vonstatten geht.

Globus verweist bei jeder Nachfrage zum aktuellen Stand darauf, dass es noch Gespräche mit dem Grundstückseigentümer gibt. Denn verkauft ist ja bisher nur die Firma, also Real, die das Gebäude und die Räume darin nutzt.

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Spekulation über Fondsgesellschaft

Die Metro hat die SB-Warenhauskette Real für 300 Millionen Euro an den russischen Finanzinvestor SCP verkauft. Von dem übernimmt Globus nun mindestens 16 Märkte. Heidenau gehört dazu. Jedenfalls bisher. Globus ist eines der wenigen großen konzernunabhängigen Familienunternehmen des deutschen Einzelhandels. Neben insgesamt 47 SB-Warenhäusern, 91 Baumärkten und sechs Elektrofachmärkten in Deutschland zählen auch 27 Vollsortimenter in Tschechien und Russland sowie zwei Baumärkte in Luxemburg zur Globus-Gruppe.

Aus verschiedenen Quellen ist jetzt von einer Münchner Fondsgesellschaft zu hören, die wohl Eigentümer des Heidenauer Real-Grundstückes ist. Das würde Gespräche mit anderen Grundstückseigentümern als SCP erklären. Globus will dem Vernehmen nach durchaus gern kaufen. Warum das bisher nicht erfolgt ist, darüber kann nur spekuliert werden. Liegt es am Preis oder an weiteren Interessen womöglich noch anderer Mitspieler? Ob der russische Finanzinvestor auch zur Fondsgesellschaft gehört, kann ebenfalls nur vermutet werden.

Erfahrungen mit dem Praktiker

Heidenaus Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU) hat Globus jetzt noch einmal versichert, Globus zu wollen. So wie Globus nach Heidenau will. Was eine Fondsgesellschaft bedeutet, hat Heidenau schon einmal erlebt. Mit dem Praktiker. Als der leer stand, gab es viele Angebote, doch keiner wollte und konnte so viel zahlen, wie die britische Gesellschaft wollte. Also blieb der Markt stehen. Was solche Fondsgesellschaften neben Geld nämlich noch haben ist Zeit, sagt Opitz. Zeit, auf das beste Kaufangebot und die besten Konditionen zu warten.

Die Vorstellung, dass der Real ewig leer steht, gefällt Opitz überhaupt nicht. Die Alternative, er wird abgerissen und es werden Wohnungen oder Betriebe gebaut, sei auch nicht viel besser. Nicht so sehr, weil die Heidenauer dann verhungern, sondern weil weder eine Brache noch solche großen Bebauungen der Stadt helfen. Baurechtlich sind aktuell weder Firmen noch Wohnungen auf dem Real-Grundstück machbar. Es ist Handelsfläche, und das seit 1994, als der Markt als Wertkauf gebaut wurde. Aber Umnutzungen sind prinzipiell möglich. Das geht nicht ohne die Zustimmung des Stadtrates.

Weder Übergabe- noch Schließtermin

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Real und Globus antworten weiterhin ausweichend auf die Fragen nach dem Wechsel und was dem noch entgegensteht. Globus bittet um Nachsicht dafür, dass sich die Verantwortlichen nach wie vor nicht zu potenziellen Standorten äußern können. Globus wird laut Real zum 25. April die beiden als „Markthalle“ firmierenden Standorte in Braunschweig und Krefeld übernehmen. Kaufland hat bis heute insgesamt 15 Märkte von Real übernommen. Für alle Märkte, die nicht auf einer Liste stehen, gibt es aktuell weder einen Übergabetermin, an wen auch immer, noch einen Schließtermin, sagt Real. Ein Grund könnten noch nicht abgeschlossene Gespräche mit Vermietern sein, heißt es. Damit schließt sich der Kreis zu Heidenau. Der hiesige Real taucht in dieser Liste aktuell nicht auf, das heißt, alles ist noch offen. Der Betrieb aber laufe unverändert weiter, versichert Pressesprecher Frank Grüneisen.

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