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Heidenau: Fitness-Tipps vom Laufprofi

Miriam Schocker joggt täglich 25 Kilometer - bei Wind und Wetter. Womit sie sich belohnt und welche Tipps sie hat.

Am liebsten morgens zeitig, da ist Miriam Schocker an der Elbe noch fast allein unterwegs.
Am liebsten morgens zeitig, da ist Miriam Schocker an der Elbe noch fast allein unterwegs. © Norbert Millauer

Sollte Miriam Schocker es doch einmal vergessen zu laufen, erinnert ihr Körper sie daran. "Der merkt sich alles", sagt die Heidenauerin. Und das ist bei ihr eine Menge. Radfahren, Schwimmen, Laufen, Fitness. Begonnen hat es bei der Bundeswehr. Inzwischen ist es ihr Bedürfnis. Sport hat sie schon immer gemacht. Jetzt kommen immer öfter virtuelle Wettbewerbe dazu, bei denen der es darum geht, so viel wie möglich zu laufen.

Jeden Tag um die 25 Kilometer

Der jüngste wurde von Virtual Runners veranstaltet. Über das ganze Jahr sollen die angemeldeten Läufer 2.021 Kilometer laufen. Miriam Schocker hatte das Ziel nach 86 Tagen erreicht. Damit ist sie die bisher schnellste Frau und die dritte Person, die es schaffte. Das waren im Schnitt 23,5 Kilometer jeden Tag. Multipliziert mit 365 Tagen käme sie in einem Jahr auf 8.577,50 Kilometer und damit fast bis Johannesburg in Südafrika, was von Dresden Luftlinie 8.671 Kilometer entfernt ist. So weit will sie gar nicht. Die nächsten Ziele sind Meißen und der Berlin-Marathon.

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Schneller Kaffee trinken als der innere Schweinehund

Wenn morgens halb fünf bei Miriam Schocker der Wecker klingelt, beginnt der erste Wettlauf. Bei dem gilt, es Günter reinzulegen. Miriam muss einfach schneller aufstehen, schneller duschen und schneller Kaffee trinken. Meist hat Günter gegen sie keine Chance. Wer Günter ist? "Mein innerer Schweinehund." Miriam Schocker läuft zwar gern und fast scheint es, ein bisschen besessen, aber nicht verbissen. Die Laufzeit ist zwar auch wichtig, aber Schnelligkeit allein macht das Joggen nicht aus. Für sie stehen die Streckenlänge und die Freude im Vordergrund. Die um die 25 Kilometer täglich sind die Norm. Jeden Tag? "Ja, jeden Tag, bei Wind und Wetter", sagt die 37-Jährige. Nicht immer auf einmal, aber immer stehen am Ende des Tages die Kilometer auf dem Handyzähler.

Als Belohnung Eis oder weltbester Kuchen

Klar läuft man wegen der Gesundheit. Und der Schönheit. Aber vor allem wegen dem Glücklichsein. Manchmal aber auch wegen eines Eises oder der besten Kuchen der Welt. Da kommen dann auch schon mal mehr Kilometer zusammen. Aber was tut man nicht für einen Käsekuchen in Wehlen oder ein Eis in Laubegast oder Pirna. Das ist dann die Eistour von Eisladen zu Eisladen. Kuchen und Eis für eine Läuferin? "Klar, man muss sich doch belohnen", sagt Miriam Schocker, die nie unter Zwang läuft, aber immer allein.

Shakira singt den perfekten Renntakt

Da kann sie ihren Rhythmus laufen. Zu dem gehört Musik in den Ohren und das zumindest lautlose Mitsingen. Shikara zum Beispiel singt den perfekte Renntakt. "Wenn Sänger wie sie singend zweieinhalb Stunden Konzert durchhalten, schaffe ich das auch", sagt Miriam Schocker. Schaffen beginnt im Kopf und wird an den Füßen entschieden. Zehn Paar Turnschuhe hat Miriam. Wasserresistente, solche für den Winter und solche für den Sommer und für mal zwischendurch Barfußschuhe. "Die wiegen 168 Gramm und man läuft wie auf Wolken, nur nicht zu lange." Ein Paar Turnschuhe laufen etwa 500 Kilometer mit, bei den 700 Kilometern, die Miriam monatlich läuft, also keinen Monat.

Fünf Tipps für einen guten Lauf

  • Das Schuhwerk: Hier lohnt sich Zeit und Geld für die Auswahl. Ein guter Laufschuh hält etwa 500 Kilometer.
  • Das Tempo: Prinzipiell muss jeder sein Tempo finden, das seinem Rhythmus entspricht. Auch wenn gute Zeiten anspornen, langsamer und mehr ist besser als schnell. Weil der Druck auf die Gelenke und damit das Verletzungsrisiko dann größer sind.
  • Der Stil: Jeder hat seinen Stil, das ist beim Laufen nicht anders. Aber: Wichtig ist, über den Mittelfuß, das entlastet und man läuft leichter. Wie man sich das aneignet? Beim langsam einen Berg Hochlaufen und durch Gewöhnung.
  • Die Motivation: Ob Gesundheit, Schönheit, Eis, Kuchen oder Punkte - wichtig ist, dass man gern läuft und ohne Zwang.
  • Die App: Lauf-Apps gibt es viele, kostenlose und kostenpflichtige. Sie zählen jeden Schritt bzw. Meter und bieten damit einen guten Überblick für alle, die es genau wissen wollen. Es geht aber auch ohne.

Auf ihren beiden Handys hat Miriam verschiedene Lauf-Apps. Da werden Punkte gesammelt und es gibt Medaillen. Mal ist deren Aussehen die Motivation, mal ein lustiges Geschenk wie ein Einhorn. Es gibt ganz viele virtuelle Läufe. Die Medaillen für den Mutter- und Vatertagslauf hat Miriam ihren Eltern geschenkt. Ja, da ist auch bisschen Spielerei dabei, räumt sie ein. Auch dass sie als "Bella Pink" läuft, was auf ihre Lieblingsfarbe zurückzuführen ist. Dass es mehr als Spielerei ist, zeigen ihre Spitzenergebnisse.

Beim Vatertagslauf war sie immerhin Dritte von 227 Teilnehmern. Oder bei der weltweit über eine Million Samsung Health-Läuferschar steht sie aktuell auf Rang 5.546. Besonders mag Miriam Spendenläufe, weil sie damit auch noch helfen kann. Da geht dann ein Anteil der Startergebühr für einen guten Zweck. "Auch das ist Motivation."

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