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Heidenau: Wird das mit Globus doch nichts?

Real überrascht jetzt mit einer Aussage. Einen Verdacht gab es schon zuvor. Bringt nun ein Gespräch am Donnerstag Klarheit?

Der Kampf um die Zukunft des Heidenauer Real geht weiter.
Der Kampf um die Zukunft des Heidenauer Real geht weiter. © Daniel Förster

Heidenau. Bei Real in Heidenau läuft alles so weiter wie immer. Die Türen des Supermarktes sind geöffnet und die Regale voll. Vom designierten neuen Betreiber Globus weit und breit keine Spur. Dabei hatte das Bundeskartellamt entschieden, dass Globus 24 Real-Standorte übernehmen darf.

Darf, muss aber nicht. "Nur weil eine Fusion genehmigt wurde, heißt es nicht, dass dies zwingend so umgesetzt wird", sagt der stellvertretende Pressesprecher des Bundeskartellamtes, Severin Frank. Eine kleine, aber wichtige Nuance. Grundsätzlich sei die Umsetzung einer genehmigten Fusion immer eine betriebswirtschaftliche Frage. Letztlich hänge die Realisierung von mehreren Faktoren ab. Einer können auch die Mietkonditionen sein. Und das scheint im Fall von Heidenau wohl ein Grund dafür zu sein, dass sich nichts tut.

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Heidenau taucht auf Liste nicht auf

Seit nunmehr Monaten wiegelt Globus jede Nachfrage mit der gleichen Antwort ab. Man könne sich noch nicht zu potenziellen Standorten und dem aktuellen Stand der Verhandlungen äußern. Ob sie nicht so können wie sie wollen oder gar nicht wollen, bleibt offen.

Real selbst macht jetzt eine erstaunliche Bemerkung. "In unserer bisherigen Korrespondenz wurde von unserer Seite zu keinem Zeitpunkt behauptet, dass Globus eine Übernahme des real Marktes in Heidenau beabsichtigt." Globus kommentiert diese Aussage nicht.

Der Heidenauer Markt taucht in der aktuellen Real-Liste weder als "zu schließender Markt" noch als ein Markt auf, der an einen neuen Betreiber übergeben wird. Das heißt laut Unternehmen, es gibt noch keine kommunizierbare Entscheidung. Standorte, die nicht auf der Liste stehen, werden nicht kommentiert.

Das alles nährt die Spekulationen um den Eigentümer und seine Absichten. Denn verkauft wurde ja nur die Firma Real, was nichts mit der Immobilie zu tun hat. Und die soll einer Münchner Fondsgesellschaft gehören, was dann wiederum alles andere erklärt. Denn für so eine Gesellschaft steht nicht automatisch fest, dass auf den vermieteten Flächen ein Supermarkt betrieben werden muss.

Kaufland, Edeka und Globus wollen Real-Märkte

Die Einzelhandelskette Real gehörte bis Juni vergangenen Jahrs der Metro AG. Dann kaufte der russische Finanzinvestor SCP sie für seine in Luxemburg ansässigen SCP Retail Investments. SCP will die rund 140 der etwa 270 Real-Häuser in Deutschland abstoßen und sie an Kaufland und Edeka geben. So viele Standorte wie Kaufland wollte, darf es aber laut Bundeskartellamt nicht bekommen. Nachdem Kaufland auf Heidenau verzichten musste, kam Globus ins Spiel. Dem Unternehmen hat das Bundeskartellamt maximal 24 Märkte zugestanden.

Kaufland darf insgesamt maximal 92 Real-Märkte übernehmen. 26 sind es bereits, für elf weitere gibt es inzwischen Termine. Sieben der 92 Märkte musste Kaufland jedoch anderen überlassen. Vor allem mit Edeka liefert man sich immer wieder ein hartes Rennen um die besten Standorte. Der Bannewitzer Real geht zwar an Edeka, doch auch ihn sucht man in der Real-Liste der Übernahmen und Schließungen vergeblich.

Etliche Märkte auf der Abrissliste

Im Mai wurden weitere zehn Real-Standorte bekanntgegeben, die geschlossen werden. Als Gründe wurden vor allem schlechte wirtschaftliche Ergebnisse und schlechter Bauzustand genannt. Viele Standorte seien so schlecht, dass der Abriss drohe.

Auch in Heidenau ist baulich seit Langem nichts gemacht worden. Geplante Arbeiten wurden immer wieder verschoben. Nun wird befürchtet, dass es auch hier auf eine Schließung und den Abriss hinausläuft, weil der Immobilienbesitzer anderes vorhat - Wohnungsbau.

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