merken
PLUS Pirna

Heidenau: Schüler verpflegen Schüler

Mit 16 die erste eigene Firma: Zwei Gymnasiasten wollen, dass ihre Mitschüler nicht mehr dursten und hungern müssen und hoffen auf Helfer und Unterstützung.

Die beiden Jungunternehmer: Christian Schwaar (l.) und Karl Leutgöb wollen im neuen Schuljahr mit ihrer Schülerfirma starten.
Die beiden Jungunternehmer: Christian Schwaar (l.) und Karl Leutgöb wollen im neuen Schuljahr mit ihrer Schülerfirma starten. © Daniel Schäfer

Das ist die Chance: Christian Schwaar und Karl Leutgöb wagen es. Sie haben die Schülerfirma "Heinrichs" gegründet und wollen ab neuem Schuljahr die Heidenauer Gymnasiasten verpflegen. Die Not der Schüler ist groß. Seit der Automat mit den belegten Brötchen weg ist, gibt es außer der Standardschulspeisung weder Getränke noch einen Imbiss.

Anzeige
Erfrischung für jeden Geschmack
Erfrischung für jeden Geschmack

Mit Armaturen der Firma Quooker fließt das Wasser auf Wunsch heiß, kalt, mit Sprudel oder ohne. Im Küchenzentrum Dresden berät man gern dazu.

Christian und Karl wollen nun mit weiteren Unterstützern im Foyer heiße und kalte Getränke und abgepackte Snacks sowie im besten Fall auch frisches Obst anbieten. Auch mitgebrachtes Essen in der Mikrowelle aufwärmen, haben die beiden Initiatoren als Marktlücke entdeckt. Das ist zwar auch nicht viel, aber immer noch mehr als jetzt und vielleicht erst der Anfang.

Aus hygienischen Gründen ist das das Machbare, sagt Karl, der auch Schülersprecher des Gymnasiums ist. Dafür gibt es bereits Ideen, wie das Sortiment erweitert werden kann. Zum Beispiel um Schulmaterial. Und wie eine richtige Firma lebt auch eine Schülerfirma davon, dass sie sich neue Geschäftsfelder erschließt.

Jungunternehmer brauchen Startkapital

Bevor die Firma optimalerweise mit Beginn des neuen Schuljahres starten kann, sind noch ein paar Spenden notwendig. Die Jungunternehmer brauchen rund 2.500 Euro Startkapital für die Ausstattung und den ersten Einkauf. Auch Sachspenden, wie zum Beispiel Regale und Mikrowellen, werden dankbar angenommen. Das Spenden von Geld ist auch direkt über die Heinrichs-Internetseite möglich.

Es ist die erste Schülerfirma in der Geschichte des Heidenauer Gymnasiums. Schulleiter Frank Clausnitzer bewundert den Einsatz, die Hartnäckigkeit und den Langmut der beiden Initiatoren und der wachsenden Zahl von Mitstreitern. Zu den organisatorischen Fragen gehören auch solche wie der Beschluss der Gesamtlehrerkonferenz und der Schulkonferenz. Eine Kooperationsvereinbarung mit der Stadt Heidenau als Schulträger ist in Vorbereitung. "Ich denke, die Schülerfirma steht damit in den Startlöchern", sagt Clausnitzer.

Mehr zum Thema Pirna