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Volle Regale und volle Windeln

Die Kleiderkammern in Heidenau und Pirna sind gut gefüllt. Trotzdem wird noch einiges gebraucht. Auf anderes wird gern verzichtet.

Sandra Furkert kann eine große Auswahl präsentieren. Dennoch brauchen die Kleiderkammern noch einiges.
Sandra Furkert kann eine große Auswahl präsentieren. Dennoch brauchen die Kleiderkammern noch einiges. © Daniel Schäfer

Die Adresse hat sich herumgesprochen. Neben der Tafel-Ausgabe auf der Einsteinstraße in Heidenau befindet sich das Kleiderstübchen. Das war in den vergangenen über 20 Jahren schon an vielen Stellen in der Stadt untergebracht. Nun hat es sich hier etabliert und ist gefragt wie nie - bei Gebern und Nehmern.

Oft kommen die Helferinnen einem schon entgegen, wenn man etwas bringt. Gut, Kleiderbügel geben sie gleich wieder zurück, wenn sie sie sehen. Ansonsten nehmen sie unbesehen alles. Beim Sortieren wird dann entschieden, was verwertbar ist und was nicht. Für das Unverwertbare gibt es einen Container. Jedes Stück, das ausrangiert wird, hätten die Leute auch selbst wegwerfen können. Doch das ist eine Erfahrung, die alle Sammler von Kleiderspenden seit Jahren machen. Der Anteil von Müll hält sich bei den Tafel-Kleiderkammern in Heidenau und Pirna seit Jahren etwa die Waage, sagt Sandra Furkert, die die Tafel mit den Ausgaben und Kleiderkammern in Heidenau und Pirna leitet.

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Gründe für die Hilfsbereitschaft

Die Regale in den Kleiderkammern in Heidenau und Pirna sind gut gefüllt. Das war nicht immer so, vor allem im Winter gab es sonst Hilferufe. Ob das nur auf den Wunsch, zu helfen, zurückzuführen ist? Es könnte auch eine Rolle spielen, dass die Leute in Corona-Zeiten, im Frühjahr wie auch jetzt wieder, mehr zu Hause ausrangieren und sich von Dingen trennen, von denen sie merken, dass sie sie nicht brauchen. Ein weiterer Grund ist die offensive Öffentlichkeitsarbeit von Sandra Furkert, die erst jetzt wieder im MDR war und auf die Sorgen der Einrichtungen und derer, die auf die angewiesen sind, aufmerksam machte.

Die Öffnungszeiten der Kleiderkammern in Pirna und Heidenau

Heidenau: Einsteinstraße/Durchgang von der Ernst-Thälmann-Straße 14, geöffnet Dienstag bis Freitag, 8 bis 15 Uhr

Pirna: Tischerplatz 16, geöffnet Dienstag bis Freitag, 8 bis 15 Uhr

Kontakt: Sandra Furkert, Telefon 0174 9695285

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Was die Kleiderkammern aktuell dennoch brauchen, sind Winterschuhe und Strickjacken. Weil in der Regel Kleiderspenden antisaisonal abgegeben, aber saisonal gebraucht werden, gibt es in Pirna ein Lager. Dort wird, nach dem Sortieren, das zwischengelagert, was grad nicht Saison hat. Außerdem tauschen sich die beiden Kleiderkammern in Heidenau und Pirna aus. So entsteht ein Kreislauf, denn oft wird das, was bei dem einen nicht gebraucht wird, beim anderen dringend benötigt.

Grenzwertige Spenden

Was keiner benötigt, sind immer wieder dreckige und kaputte Kleidungsstücke - und volle Windeln. "Ja, das ist kein Scherz, auch so was finden unsere fleißigen Helfer in den Beuteln und Säcken, da gibt es einiges, was sehr grenzwertig ist ", sagt Sandra Furkert. Auch diese Erfahrungen sind nicht neu. Vielen sind noch die versifften Kochtöpfe in den Spenden nach dem Hochwasser 2002 in Erinnerung.

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