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Mafa Heidenau: Abreißen für den Wohnpark

Bevor der Investor die Ideen von Stararchitekt Peter Kulka auf der Brache nahe der Elbe umsetzen kann, muss verschwinden, was stört.

Die ersten Gebäude auf dem ehemaligen Mafa-Gelände verschwinden. In einem Jahr könnte der erste symbolische Spatenstich erfolgen.
Die ersten Gebäude auf dem ehemaligen Mafa-Gelände verschwinden. In einem Jahr könnte der erste symbolische Spatenstich erfolgen. © Steffen Unger

Die Bagger fressen sich durch die Gemäuer. Auf dem Gelände der ehemaligen Maschinenfabrik in Heidenau ist so viel Bewegung wie schon Jahre nicht mehr. Mit dem Abriss beginnt die neue Etappe des Areals, das als Mafa-Park im Heidenauer Zentrum wohnen, arbeiten und leben verbinden soll.

Zum Entwurf von Architekt Peter Kulka für die Mafa gehört auch Heidenaus erstes Hochhaus. Kulka muss nun noch ein weiteres Gebäude entwerfen. Das Backsteinhaus rechts vom Eingang ist nämlich doch nicht erhaltbar, sagt Investor Thomas Stern, Vorstand der MEIAG Sächsische Immobilien AG. Er und die Dresden Haus GmbH & CoKG bilden die Projektgesellschaft Best Mark Projektgesellschaft, die das Vorhaben Mafa umsetzen will. Der Abriss des Backsteinhauses erfolge in Absprache mit dem Denkmalschutz, sagt Stern. Es war ursprünglich als Teil der auf dem Gelände entstehenden Schule gedacht.

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Dokumentationen für den Denkmalschutz

Im ersten Abschnitt verschwinden mehrere Gebäude, unter anderem die flachen zur Heinrich-Heine-Straße zu. Neben nicht unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden werden auch drei geschützte abgerissen. Das Landratsamt forderte mit der Genehmigung dafür eine umfassende Dokumentation dieser.

Zu den Forderungen gehören außerdem das Entsorgungskonzept und artenschutzrechtliche Untersuchungen. Dabei wurden unter anderem Nester von Rotschwänzen, Fledermäuse und Zauneidechsen gefunden, sagt Stern. Um ihre verschwundene Lebensräume zu kompensieren, werden 30 Nistkästen für verschiedene Vogelarten aufgestellt, 17 Fledermaus-Quartiere eingerichtet und ein Reptilienschutzzaun gebaut. Grundlage für diese Maßnahmen seien nicht konkrete Zählungen und Vorkommen der Tiere, sondern Hochrechnungen. Während der Brutperioden erfolgen zudem weitere Beobachtungen, auch mit Mikrofonen und Lichtschranken.

Baubeginn im nächsten Jahr

Der zweite Abriss-Abschnitt soll dann zum Jahresende folgen. Dann verschwinden unter anderem die zum Teil jetzt noch vermieteten Hallen. In einem Jahr könnte es, wenn im Dezember der Bebauungsplan vorliegt, einen symbolischen ersten Spatenstich geben. Damit wäre dann in rund zwei Jahren so viel passiert, wie vorher in zwei Jahrzehnten nicht. Die Mafa war im November 2019 im Rahmen der mehrfach verschobenen Zwangsversteigerung verkauft worden.

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Künftig sollen hier bis zu 2.000 Menschen leben, soll es Geschäfte, eine Schule und weitere öffentliche Gebäude sowie Büros und Werkstätten geben. Der Entwurf von Architekt Kulka bildet die Grundlage. Er hat die zu erhaltenden Gebäude und die Struktur des Areals in seine neuen Häuser aufgenommen. Stern zufolge sollen die Wohnhäuser zur Heinrich-Heine-Straße als erstes gebaut werden. Sie wiederum orientieren sich an dort stehenden Häusern.

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