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Heidenauer Kümmerer gestorben

Günter Wild saß für die Linken im Stadtrat und Kreistag. Er hat was für die Heidenauer getan, sagt Thomas Strauß. Er war sein Freund, obwohl er politisch anders denkt.

Von Heike Sabel
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Mit Strohhut und buntem Tuch: Günter Wild bei einem der Feste auf der Schillerstraße.
Mit Strohhut und buntem Tuch: Günter Wild bei einem der Feste auf der Schillerstraße. © privat

Die Feste haben Thomas Strauß und Günter Wild miteinander verbunden. Über Jahrzehnte. Das kleine Herbstfest am Sonnabend war traurig und fand ohne Dr. Günter Wild statt. Er ist am 22. Oktober im Alter von 83 Jahren gestorben.

Die ersten Feste, die beide gemeinsam erlebten, waren die Kinderfeste rund um die Lessingstraße, wo beiden wohnten. "Da war ich zwar schon so 17, 18, aber es war trotzdem schön", sagt Strauß. Er ahnte damals nicht, dass er irgendwann selbst die Kinder- und Straßenfeste organisieren wird. Ab 2004 leben die Kinder- und Sommerfeste auf der Lessingstraße wieder auf. Von 2008 wurde zehn Jahre lang der über Heidenau hinaus legendäre "Tag der Nachbarn" als Schillerstraßenfest gefeiert. "Günter Wild brachte Jung und Alt zusammen und erfand den Langsam-Fahr-Wettbewerb", erzählt Strauß. Das war eine Runde für Kinder um den Sandkasten, gewonnen hatte, wer sie am langsamsten fuhr.

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Wild hatte in der DDR am Dresdner Institut für Arbeitsökonomie und Arbeitsschutzforschung - in diesem Bereich hatte er auch seinen Doktor gemacht - gearbeitet, nach der Wende dann als Versicherungskaufmann. Von 2008 bis 2014 saß Wild für die Linken im Kreistag. 2000 war er nach über 20 Jahren als Stadtrat in Heidenau zurückgetreten. Damals lobte sogar der Bürgermeister Michael Jacobs (CDU) ihn als ein höchst engagiertes Ratsmitglied, das sich stets sachbezogen für die Belange der Bürger eingesetzt habe. Diesen Ruf, etwas für die Heidenauer zu tun, hat er beibehalten, sagt Strauß. Er teilt zwar nicht Wilds politische Einstellung, dennoch waren beide befreundet. "Günter war immer der Macher, der Organisator. Es hat Spaß gemacht. Danke Dir für eine schöne Zeit. Jetzt hast Du Deine Ruhe vor den Gebrechen des Alters gefunden. Du wirst uns fehlen."