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Wie Real und Globus in Heidenau kämpfen

Real geht, Globus soll kommen. Doch wann? Was dem entgegensteht, welche Interessen eine Rolle spielen und warum die Stadt nur eine Option sieht.

Noch steht Real draußen dran. Was wird nächstes Jahr hier stehen?
Noch steht Real draußen dran. Was wird nächstes Jahr hier stehen? © Daniel Schäfer

Auf den ersten Blick ist im Real alles wie immer: Die Leute kaufen ein, die Mitarbeiter räumen und an der Kasse wird bezahlt. Und keiner weiß, wie es weitergeht. Klar ist nur, nächstes Jahr ist Ultimo. Real gibt den Markt ab. Das heißt, es wird zugeschlossen, der Schlüssel beim Vermieter abgegeben, das war's. Weil Real hier in Heidenau nur der Mieter ist, geht den das, was danach kommt, nichts an. Der Nachmieter steht schon fest: Globus. Doch der und der Vermieter werden sich nicht einig. So ist der aktuelle Stand auf den Punkt gebracht. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht.

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Globus will und darf auch einziehen, kann aber noch nicht. Das Kartellamt hatte ihm den Vorrang gegeben, Kaufland wurde abgelehnt. Nun könnte Globus eigentlich, aber der Vermieter, ein Münchner Immobilienfonds, hat offenbar andere Pläne. Er macht, was seine Aufgabe ist: Nach Geld und Gewinn suchen. Einzelhandel ist zwar kein schlechtes Geschäft, aber es gibt momentan bessere. Wohnungen zum Beispiel.

Einzelhandel und nichts anderes

Heidenaus Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU) hat die Real-Zukunft zur Chefsache gemacht und will für den Standort kämpfen. Und zwar für den Einzelhandel. Was anderes ist auch planungstechnisch auch gar nicht möglich, sagt er. Planungshoheit hat die Stadt. Da etwas zu ändern, bedarf einer Entscheidung des Stadtrates. In dem dürfte es in dieser Frage Einigkeit geben. Das hat Opitz jetzt auch dem vom Eigentümer mit einem Gutachten beauftragten Büro deutlich gemacht. "Es ist der klassische Einzelhandelsstandort", sagt Opitz, der seit Monaten regelmäßig mit dem Münchner Chef telefoniert. Wirklich herausgekommen ist noch nichts.

Nicht viel am Gebäude gemacht

Globus soll dem Vernehmen auch bereit sein, das Gebäude des Real-Marktes zu kaufen. An dem ist in den letzten Jahren - außer 2020 das Dach - nichts gemacht worden, was man ihm auch ansieht. Der vor Jahren angekündigte Umbau ist nie erfolgt. Ob man schon damals wusste, dass man sich von dem Markt verabschieden will, kann nur spekuliert werden. Klar hingegen ist, dass sich der Zustand auch auf einen Kauf- oder Mietpreis auswirkt. Entweder der Besitzer bringt ihn erst einmal in Ordnung und verkauft oder vermietet dann für mehr Geld oder es wird eben für Mieter oder Käufer entsprechend preiswerter. Doch so weit sind Globus und die Münchner noch nicht.

Weder Globus noch Real äußern sich aktuell. Es gibt keinen neuen Sachstand zum Markt, teilt Real mit. Man werde sich so lange nicht zu den Planungen für einzelne Märkte äußern, bis es für diese eine finale Entscheidung gibt. Märkte, die nicht auf der Liste der Entscheidungen stehen, werden nicht kommentiert. Das Schweigen kann Gutes und Schlechtes bedeuten. Gut, weil noch alles möglich ist, schlecht, weil man Schlechtes ungern verkündet.

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