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"Die jüngeren Schüler haben mehr Probleme"

Warum der Schülersprecher von Heidenaus Gymnasiums froh ist, erst Zehntklässler zu sein. Was im Corona-Schuljahr wirklich fehlte und wie es weitergeht.

Karl Leutgöb im neuen Schulhof des Heidenauer Gymnasium, der auch noch nicht so richtig von allen Besitz genommen werden konnte.
Karl Leutgöb im neuen Schulhof des Heidenauer Gymnasium, der auch noch nicht so richtig von allen Besitz genommen werden konnte. © Daniel Schäfer

Ein Schuljahr, das eigentlich mehr ein Homejahr war. Klassen, die sich kaum als Klassen sahen, weil nur gruppenweiser Unterricht und per Bildschirm, keine Veranstaltungen, kein Leben: Das zweite Jahr, das noch mehr von Corona geprägt war als das vergangene, geht langsam zu Ende. Karl Leutgöb aus Dohna ist der Schülersprecher des Heidenauer Gymnasiums und sagt, wie er das Schuljahr erlebt hat, was von ihm bleibt, wie es weitergeht und wo es in den Ferien hingeht.

Bist Du froh, dass das Schuljahr in ein paar Wochen endlich zu Ende geht und Du erst zehnte Klasse bist, Karl?

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Die Abiturienten hatten ja bis auf einen Monat Regelbetrieb, aber es ist schon gut, dass ich erst in zwei Jahren das Abitur mache.

Trotzdem waren ja auch die Abiturienten nie als Klasse zusammen. Wie hat das aus Deiner Sicht funktioniert?

Die Aufteilung der Klassen war ja in einer leeren Schule was die Räume und den Platz betraf kein Problem. Da wurde der Unterricht von einem Raum in den anderen übertragen. Nur das Internet kam da manchmal an seine Grenzen. Im Großen und Ganzen hat es aber funktioniert. Außerdem sind ja die größeren Schüler schon im Umgang mit diesen Lernformen vertraut.

Anders als die Fünftklässler, für die es um ein Vielfaches schwerer war. Neue Schule, neue Klasse und eigentlich keine Chance, sich zu finden ...

Das stimmt. Die Zeit zum Einleben war zu Beginn des Schuljahres, nur eben recht kurz. Bei den Jüngeren spielen auch die Eltern noch eine viel größere Rolle. Und ihre Fähigkeiten hinsichtlich auch der Technik sind noch nicht so ausgeprägt.

Wie wird sich das für die Zukunft auswirken?

Ich denke, die jüngeren Schüler werden nach diesem weiteren Corona-Schuljahr eher Probleme haben. Für die ab neunter Klasse sollte es machbar sein. Da sehe ich es nicht so kritisch und eher eine Frage der Selbstdisziplin.

Was waren aus Deiner Sicht die größten Probleme?

Die Technik. Da hatten alle zu kämpfen, auch mit der Lernplattform Lernsax, aber die hat sich stark verbessert. Manche Lehrer haben das auch nicht so optimal umgesetzt. Aber größtenteils hat es bei uns schon geklappt. Nicht ganz funktioniert hat das mit dem regelmäßigen Lüften, bei fünf Grad draußen die Fenster zu öffnen, war schon schwierig. Ein wirkliches Problem aber ist der Ausfall der Betriebspraktika speziell für uns zehnte Klassen. Nachdem die Praktika voriges Jahr auf dieses Jahr verschoben worden und nun wieder nicht stattfanden, sind sie für uns ganz ausgefallen. Für die jetzigen neunten Klassen sollen sie eventuell noch erfolgen, da ist jedoch die Frage, ob man so kurzfristig noch Plätze findet. Es bleibt ja aber dann noch nächstes Jahr.

Welche Folgen wird das Fehlen der Praktika haben?

Es wird mehr Unentschlossene geben. Es sind zwar noch entsprechende Vorträge in Planung, aber die können so ein Praktikum nicht ersetzen.

Wie läuft das mit dem regelmäßigen Testen in der Schule?

Gut. Es wäre super, wenn es jeden Tag möglich wäre, aber so ist es auch in Ordnung.

Gibt es viele, die sich nicht testen lassen?

Mir ist niemand bekannt. Ich kenne nur einen Schüler, der keine Maske tragen will und zu Hause lernen muss, wobei es da keinen Anspruch auf Unterstützung gibt.

Es wird ja davon gesprochen, in den Ferien Nachhilfen anzubieten. Würden das viele nutzen?

Als freiwilliges Angebot würde ich es auf jeden Fall gut finden. Diese Möglichkeit gab es ja auch voriges Jahr schon. Aber nicht volle sechs Wochen, die Ferien sind wichtig und braucht jeder. Ich denke aber, dass es nur wenige nutzen und wohl eher die, die es gar nicht so nötig haben. Es ist eben eine Frage der Motivation. Und wenn die fehlt, nutzen auch solche Angebote nichts.

Und wie wäre es bei Dir?

Ich habe damit keine Probleme.

Was ist dieses Jahr mit den Abschlussfahrten?

Ich denke, das entwickelt sich positiv. Voraussetzung, dass sie stattfinden können, ist ja der Regelbetrieb und der wird ab Donnerstag wieder möglich sein. Es ist zwar gewollt, dass die Fahrten innerhalb von Sachsen erfolgen, unsere Klasse aber wollte nach Hamburg. Im besten Fall klappt es, ansonsten suchen wir uns was anderes.

Was hast Du für die Ferien für Pläne?

Viel schlafen, wenig machen, ein bisschen arbeiten und vielleicht mal an die Ostsee fahren.

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