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Startschuss für Heidenaus neue Mitte

Rund um den Markt werden jetzt fünf Häuser gebaut. Die Wohnungen sollen in etwa zwei Jahren fertig sein. Die Miete wird zu den höchsten in der Stadt gehören.

Wenn sogar Bürgermeister Jürgen Opitz fotografiert, muss es ein großer Moment für Heidenau sein, so wie auch für WVH-Chefin Sonnhild Ruffani.
Wenn sogar Bürgermeister Jürgen Opitz fotografiert, muss es ein großer Moment für Heidenau sein, so wie auch für WVH-Chefin Sonnhild Ruffani. © Norbert Millauer

Am Donnerstag, 13.12 Uhr, erzittert die Erde in Heidenau. Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU) erfüllt sich den Traum eines jeden Jungen: Er sitzt im Bagger und rammt die Baggerschaufel in die Erde. Damit gibt er den symbolischen Startschuss für das große Bauvorhaben in Heidenaus Zentrum.

Die städtische Wohnungsgesellschaft WVH baut im Bereich des Marktes zwischen Bahnhofstraße und ehemaliger Post auf der von Stephan-Straße ihre "Neue Mitte". Nach vielen Jahren der Vorbereitung wird der Bereich nun für die nächsten knapp zwei Jahre zur Baustelle. Auf dem rund 5.200 Quadratmeter großen Grundstück entstehen insgesamt fünf Häuser mit 53 Wohnungen, zwei Gewerbeeinheiten und dem Sitz der WVH. Ihren bisherigen auf der Dresdner Straße vermietet sie dann weiter. So wie die Wohnungsgenossenschaft Elbtal, die zu Jahresbeginn vom Brunneneck in ihren Neubau an der Bahnhofstraße in Sichtweite des WVH-Vorhabens gezogen ist. Die 19 Wohnungen werden nach und nach bezogen.

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Miete bei im Schnitt 9,50 Euro pro Quadratmeter

Andrea Höppner spaziert vorbei. Sie hält kurz inne, schaut sich die Bautafel an. Sie wohnt noch nicht lange in Heidenau, ist von Dresden in den Mügelner Sonnenhof gezogen. Ihr gefällt Heidenau. "Ich habe es nicht bereut", sagt sie. Und dass nun hier gebaut wird, sei auch schön. "Ich freue mich." Zwei andere Heidenauer Frauen sehen das etwas skeptisch. "Ich könnte mir hier keine Wohnung leisten", sagt eine mit Blick auf das Vorhaben. Die Miete wird im Schnitt bei 9,50 Euro pro Quadratmeter liegen. Und damit den Wohnungsmarkt nach oben abrunden, sagt Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU). Für den Mietpreis gibt es Aufzug, Balkon und Fußbodenheizung und direkten Zugang von der Tiefgarage. Die Miete für den Platz hier kommt noch dazu. Die Baukosten für das Areal liegen bei insgesamt 21,5 Millionen Euro.

Die fünf neuen Häuser rund um Heidenaus Markt zwischen Bahnhofstraße und Mügeln: Das bestehende Gebäude im Vordergrund ist das Stadthaus. Die Häuser links sind die an der Bahnhofstraße.
Die fünf neuen Häuser rund um Heidenaus Markt zwischen Bahnhofstraße und Mügeln: Das bestehende Gebäude im Vordergrund ist das Stadthaus. Die Häuser links sind die an der Bahnhofstraße. © WVH

Eingezogen werden soll Anfang 2023. Bereits jetzt werden Interessentenlisten erstellt. Nach dem Vorliegen der konkreten Exposee für die Wohnungen etwa Mitte des Jahres können Wohnungen reserviert werden. Ende des Jahres rechnet WVH-Geschäftsführerin Sonnhild Ruffani, erste Mietverträge abschließen zu können. Parallel zu dem Vorhaben am Markt soll noch in diesem Jahr auf der Breitscheidstraße mit dem Bau der ersten zwölf Häuser begonnen werden, ein Mehr- und elf Einfamilienhäuser. Hier baut die Heidenauer Privatisierungs- und Bauträger GmbH, eine Tochter-Gesellschaft der WVH.

Von der Einkaufsstraße zur Gesundheitsmeile

Die andere der beiden Frauen, die dem offiziellen Treiben aus etwas Entfernung am Donnerstag zuschauen, wohnt in der Nähe der Mafa, wo ja auch Wohnungen und Geschäfte entstehen sollen. Dass dort was passiert, sei gut, ob das mit den Geschäften aber so wird. "Schauen sie die Thälmannstraße an, unsere schöne frühere Einkaufsstraße, jetzt sind hier fast nur Gesundheitseinrichtungen." Ja, das war einmal Heidenaus Zentrum und wird es für viele alte Heidenauer auch bleiben. Die neuen Heidenauer haben künftig mehrere Mitten zur Auswahl. Denn nicht nur die WVH fand Mitte für ihr Vorhaben passend, auch die Investoren der Mafa und ihr Architekt Peter Kulka nehmen für sich "Heidenaus neue Mitte" in Anspruch. Während die WVH schon seit mehreren Jahren an ihrer Mitte arbeitet, hat die Mafa erst Ende 2019 einen Käufer und Investor gefunden.

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Endspurt beim neuen Wohn- und Geschäftshaus an der Bahnhofstraße. Für die 19 Wohnungen gibt es dreimal so viele Interessenten.

Baggerfahrer Wolfgang Unger von der Baufirma lässt Opitz und Ruffani am Donnerstag nacheinander an die Hebel. Beiden macht es offensichtlich Spaß, die Erde von möglichst weit oben aus der Baggerschaufel nach unten fallen zu lassen. Mehr Spaß als den obligatorischen Spaten in die Erde zu rammen. Obwohl sich beide nicht ungeschickt anstellen, würde Unger keinen von beiden als Lehrling nehmen.

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