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Heidenau sucht Nachfolger für WVH-Chefin

Die oberste Wohn-Chefin Sonnhild Ruffani ist seit fast 30 Jahren im Amt und geht im August 2022 in Rente. Eine Stellenanzeige sorgt nun für Spekulationen.

Heidenaus Wohn-Chefin Sonnhild Ruffani beim Start eines Bauprojektes. Seit Längerem gibt es immer öfter kritische Nachfragen im Stadtrat.
Heidenaus Wohn-Chefin Sonnhild Ruffani beim Start eines Bauprojektes. Seit Längerem gibt es immer öfter kritische Nachfragen im Stadtrat. © Norbert Millauer

Die WVH ohne Sonnhild Ruffani? Für viele in Heidenau schwer vorstellbar. Etliche aber sind auch schon lange nicht mehr zufrieden mit der städtischen Wohnungsgesellschaft und ihrer Langzeit-Geschäftsführerin. Seit Gründung der Gesellschaft 1992 ist Sonnhild Ruffani ihre Chefin. Ende August nächsten Jahres geht sie in Rente. Das ist logischerweise schon lange bekannt.

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Nun aber sorgt die bereits erfolgte Ausschreibung ihres Postens für Spekulationen. WVH-Aufsichtsratsvorsitzender und Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU) erklärt das mit langen Kündigungsfristen potenzieller Bewerber, Vorlauf und Auswahl, die man haben will. Das ist die offizielle Version. In diesem Zusammenhang wird in Heidenau spekuliert, es könnte auch sein, Sonnhild Ruffani wird vorzeitig abgelöst. Einen Termin für die Bewerbungsfrist gibt es in der Ausschreibung nicht.

Familiäre Verquickung in der Wohnungsfirma

Im jüngsten Stadtrat gab es drei Beschlüsse, die zunächst hinter verschlossenen Türen heftig und lange diskutiert worden. Es geht um den Datenschutzbeauftragten, eine Mitarbeiterbefragung und eine Rechnung. Der Beauftragte ist aktuell Ruffani-Sohn Stefan Ruffani, der im Unternehmen auch als Leiter Rechnungswesen fungiert. Er soll abgelöst werden, sagt der Stadtrat, der die familiäre Verquickung der Posten als ungünstig betrachtet.

Eine Mitarbeiterbefragung soll nun endlich auch durchgeführt werden. Bisher hatte sich Sonnhild Ruffani darum gedrückt. In der Vergangenheit hatte es mehrere Wechsel leitender Mitarbeiter gegeben. Auch von den Hausmeistern hatten sich einige verabschiedet. All das muss aber nicht zwangsläufig mit einem vermeintlich nicht so guten Betriebsklima zusammenhängen.

Experten schlagen vor, Chefposten auszuschreiben

Und schließlich soll die WVH die Rechnung für das vom Stadtrat im September 2020 beschlossene Audit bezahlen, das für das Unternehmen durchgeführt wurde. Wie hoch sie ist, wird zwar nicht gesagt, aber es ist durchgesickert, dass das Sonnhild Ruffani nicht so toll fand. Schwerpunkt des Audits war neben einer umfassenden Analyse der bestehenden Verhältnisse im Unternehmensverbund der WVH auch die Erarbeitung von Vorschlägen für eine künftige Struktur und deren Geschäftsführungen sein. Ein Bestandteil ist auch die jetzt veröffentlichte Ausschreibung des Geschäftsführer-Postens.

Ihr Name verbindet sich in nun fast 30 Jahren mit vielen Bauten und auch Vereinen in Heidenau. Sonnhild Ruffani hat den einstigen DDR-Bestand an Wohnungen in eine Gesellschaft überführt, die bei Vergleichen im Internet gut abschneidet. Darüber hinaus hat sie viele Vereine in Heidenau mitgegründet und unterstützt sie als Unternehmen.

Letzte Amtshandlung

Ehrgeizig packte Sonnhild Ruffani auch Neubauprojekte an. Als Erstes das Betreute Wohnen Elbblick an der Elbstraße. Dann wurden die Vorhaben immer größer. Der Sonnenhof 1 in Mügeln, das Eckhaus an der Ring-/Bahnhofstraße, nun Sonnenhof 2, die Bebauung am Markt und auf der Rudolf-Breitscheid-Straße. Im Stadtrat wurden immer wieder Bedenken geäußert und es wurde befürchtet, die WVH könne sich übernehmen. Die Folge waren Verschiebungen und Reduzierungen von Kosten. Im Stadtrat gibt es seit Längerem immer öfter kritische Nachfragen zur Arbeit der WVH und speziell ihres Führungsduos von Mutter und Sohn Ruffani. Auch bei Mietern wächst die Unzufriedenheit. Unmut gab es etwa, als Hausmeisterdienste an Fremdfirmen vergeben wurde, wodurch die Betriebskosten stiegen. Auch gab es Ärger um fehlerhaft abgerechnete Betriebskosten.

​In der letzten Februarwoche erfolgte der offizielle Baubeginn für das Großprojekt Heidenauer Mitte rund um den Markt. Es dürfte eine der letzten derartigen Amtshandlungen von Sonnhild Ruffani gewesen sein.

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