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Heidenauer werden erforscht

Die Uni Göttingen will mit Einwohnern über das Leben in der Stadt reden. Ein Thema wird dabei nicht zu umgehen sein.

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© Stadt Heidenau

Heidenau. Was macht das Leben in Heidenau aus? Wie hat es sich verändert? Darüber wollen Sozialwissenschaftler der Universität mit Einwohnern ins Gespräch kommen. Die Heidenauer werden also zum Forschungsobjekt. Es gehe um einen objektiven Blick auf die Stadt. Wie viele Einwohner dafür erforderlich sind, darauf will sich das Institut für Demokratieforschung der Universität nicht festlegen. Die ersten Interessierten hätten sich jedoch schon gemeldet.

Im Spätherbst sollen die Gespräche mit vier bis acht Personen stattfinden. An wie viel Runden man teilnimmt, könne individuell entschieden werden. Man sei dazu mit den Heidenauern im Kontakt, heißt es. Fachkenntnisse oder Vorwissen seien nicht erforderlich, es gehe um die persönliche Meinung und Erfahrungen. Einen Zusammenhang zu den Ereignissen rund um die Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Praktiker vor einem Jahr wollen die Forscher nicht vordergründig herstellen. Es sollten die wissenschaftlichen Ergebnisse nicht dadurch verfälscht werden. Den Göttingenern ist jedoch klar, dass die Gespräche irgendwann auf die Frage der Flüchtlinge kommen. Weitere Städte, deren Leben erforscht werden, sind unter anderem Erfurt, Wiesbaden und Freital.

Das Institut für Demokratieforschung ging 2010 aus der Göttinger Parteienforschung hervor. „Sinkende Wahlbeteiligung, allgemeines Desinteresse an politischen Vorgängen, fehlendes Verständnis demokratischer Abläufe – die Politikverdrossenheit breitet sich offenbar immer weiter aus“, beschreiben die Wissenschaftler die Lage, der sie entgegenwirken wollen. Wissenschaftliche Analyse soll mit öffentlicher Vermittlung und Beratung verbunden werden. Die Ergebnisse der Forschung werden auch in Heidenau präsentiert, in welcher Form sei offen. (SZ/sab)