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Heimat und Flucht aus der Sicht der Jungen

Schüler aus Polen und Sachsen haben sich an einem Wettbewerb beteiligt. Die Preise gab es im Lessing-Gymnasium.

© Jens Hoyer

Von Jens Hoyer

Döbeln. Wie sehen junge Polen ihre Heimat, die bis zum Kriegsende ein Teil Deutschlands war? Offenbar gehen sie ziemlich frei von ideologischem Ballast mit dem Thema um. Die Schüler des Technikums in Strzelce Opolskie, das frühere deutsche Oppeln, haben ein Gedicht vorgetragen. Ein deutsches Gedicht, das auf den Zeilen endet: „Sei stolz darauf, dass du ein Schlesier bist.“ Am Technikum gibt es eine Arbeitsgemeinschaft, die sich mit der Geschichte Schlesiens beschäftigt, erklärten die Schüler in ihrer Präsentation. In Oberschlesien leben heute rund 150 000 Deutschstämmige als nationale Minderheit.

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Der Verein Erinnerung und Begegnung und der Landesverband der Vertriebenen und Spätaussiedler haben mit Unterstützung des Freistaates einen Schülerwettbewerb zum Thema „Heimat im Spiegel von Flucht, Vertreibung und Integration“ ausgeschrieben. Am Montag war Preisvergabe im Lessing-Gymnasium Döbeln. 14 Schulen aus Sachsen und Polen hatten Beiträge eingereicht. Mit einem Film über ihre Schule und Kunstwerken aus Holz zum Thema Heimat haben die polnischen Schüler aus Oppeln die Jury überzeugt. Gewinner von Hauptpreisen waren zwei weitere Schulen aus Polen, das Gymnasium Burgstädt und die Evangelische Mittelschule Pirna. Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth nahm mit dem Landtagsabgeordneten und Jury-Vorsitzenden Frank Hirche die Preisübergaben vor.

Das Lessing-Gymnasium hat für seinen Wettbewerbsbeitrag einen Sonderpreis erhalten – verbunden mit einem Preisgeld von 150 Euro. Schüler der 9. Klasse des gesellschaftwissenschaftlichen Profils fassten mit ihrem Lehrer Hans-Jürgen Hinz das Thema an und befragten Zeitzeugen zu ihrer nach dem Krieg verlorenen Heimat. Auch die Geschichten von jungen Flüchtlingen, die die sogenannte DAZ-Klasse am Gymnasium besuchen, flossen in den Wettbewerbsbeitrag ein. „Wir haben neun Nationen in dieser Klasse“, sagte Schulleiter Michael Höhme. Er erzählte die Geschichte einer elfjährigen Syrerin zur Flucht ihrer Familie in „Todesbooten“ über das Mittelmeer, die diese in einem Erzählprojekt des Lessing-Gymnasiums niedergeschrieben hatte.