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Heimatverein hofft auf neues Domizil

Dem Grünlichtenberger Heimatverein fehlt ein Vereinsheim. Abhilfe soll mit dem alten Feuerwehrgerätehaus geschaffen werden.

© Dietmar Thomas

Von Andreas Neubrand

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Kriebstein. Noch vor gar nicht allzu langer Zeit nutzte die Kriebsteiner Gemeindeverwaltung das alte Feuerwehrgerätehaus in Grünlichtenberg als Lager für Streusalz. Doch damit soll jetzt Schluss sein. „Der Heimatverein Grünlichtenberg sucht händeringend ein eigenes Vereinsheim und würde das Haus gern übernehmen“, so die Kriebsteiner Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler) bei der jüngsten Gemeinderatssitzung.

„Der Verein ist schon lange hinter dem Feuerwehrgerätehaus her“, so der Vorsitzende des Vereins, Holger Parsiegel. Mit dem erneuten Vorstoß will der Verein endlich zum Zug kommen. „Über sechs Jahre sind wir schon an der Sache dran. Wir brauchen dringend ein neues Domizil für unseren Verein und das Feuerwehrhaus wäre für uns ideal.“ Aktuell hält der Verein seine Sitzungen im Gemeinderaum ab. Im Sommer treffen sich die Mitglieder dann auch im Park. „Dabei hätte das Feuerwehrhaus noch weitere Vorteile für uns“, so Parsiegel. „Das Haus wäre für viele Mitglieder einfach zu erreichen, und wir haben dort in zwei kleinen Räumen eine Art Lager eingerichtet.“

Außerdem erhofft sich der Verein etwas mehr Aufmerksamkeit für sich und seine Arbeit. „Alle reden nur von den Sportvereinen. Doch auch wir leisten unseren Beitrag für die Gemeinde“, so Parsiegel. „Sollte die Gemeinde uns das Haus zur Verfügung stellen, dann würde sowohl der Verein, als auch das Haus davon profitieren. Den die Bausubstanz wird auch nicht besser.“ Zum Glück stehe das Gebäude nicht unter Denkmalschutz, so Bürgermeisterin Maria Euchler. Dies war eine der letzten Befürchtungen des Vereins.


Geld würde die Gemeinde aber nicht zur Verfügung stellen, betonte die Bürgermeisterin. „Eine Sanierung würde unseren Haushalt überfordern.“ Dabei machte der Gemeinderat deutlich, dass auch die Folgekosten nicht aus der Gemeindekasse bezahlt werden können, so Gemeinderätin Andrea Röder-Reglich (CDU). Dies alles sei dem Verein bewusst, sagte Parsiegel. „Trotzdem halten wir an dem Objekt fest. Auch wenn die Kosten für die Renovierung enorm sein werden.“ 85 000 Euro, schätzt er, müsse der Verein für die Sanierung des Gerätehauses aufbringen. „Wir hoffen darauf, dass wir dafür Geld über die Leader-Programm Sachsenkreuz plus erhalten. Sonst wird es wohl schwierig“, so Parsiegel. „Aber wir werden auch versuchen, vieles selber renovieren.“ Momentan finanziere sich der Verein aus Einnahmen bei Veranstaltungen, Spenden und Mitgliedsbeiträge. Diese seien aber moderat, so Holger Parsiegel.

Deswegen sei auch ein Verkauf des Hauses an den Verein nicht sinnvoll, so Maria Euchler. „Allein die Kosten für den Notar, die anfallenden Vermessungsarbeiten und die Eintragung ins Grundbuch sind enorm.“ Deswegen schlägt die Bürgermeisterin auch einen anderen Weg vor. „Wir würden mit dem Verein einen Erbbaurechtsvertrag abschließen. Dazu übernimmt die Gemeinde die Kosten für den Notar“, erklärte Euchler. Mehr könne die Gemeinde in der aktuellen Situation nicht tun.

Für den Verein wäre das ein guter Anfang. „Mit so einem Vertrag können wir das Geld bei der Förderstelle beantragen“, so Parsiegel. Auch für die Begleichung der laufenden Kosten hat der Verein schon die eine oder andere Idee. „Nachdem die Renovierung abgeschlossen ist, wollen wir das Vereinsheim auch für Feiern und andere Veranstaltungen vermieten“, meint er.

Gegenwärtig hat der Verein 28 aktive Mitglieder und zwei Ehrenmitglieder. Aber er würde gerne mehr Mitglieder begrüßen, so Parsiegel. „Dies ist ein weiterer Grund, warum wir uns für das Feuerwehrhaus so stark machen. Wir wollen damit unserem Verein ein Gesicht geben und zeigen, dass wir da sind, und wo wir zu finden sind.“

Ihr Ziel sei es, das kulturelle Leben in Grünlichtenberg zu fördern und mitzugestalten, so der Vereinsvorstand. Dies geschehe auf unterschiedliche Art und Weise. „Besonders stolz sind wir auf unsere Theatergruppe“, sagte Susan Braune, Mitglied im Verein. „Mit ihr treten wir auch in den umliegenden Gemeinden auf, unter anderem sogar in Döbeln. So wollen wir Kultur auch über die Gemeindegrenzen hinweg tragen.“ Außerdem veranstaltet der Verein auch die unterschiedlichsten Festivitäten wie Mottoparties, sowie Park- und Heimatfeste. „Zweimal im Jahr erkunden wir bei einer Wanderung die Umgebung. Einmal im Frühling und einmal im Herbst“, so Parsiegel. „Sehr beliebt ist aber auch unser Johannisfeuer.“ Auch dieses soll dann künftig vor dem neuen Vereinsheim stattfinden, so Braune. „Wir sind auf jeden Fall optimistisch, denn einen Ausweichplan haben wir nicht in der Tasche. Aber letztendlich würden ja alle gewinnen.“

Dass auch die Gemeinde von der Überlassung profitiert, darin sind sich auch einige Gemeinderäte einig: „Es kann ja nur im Sinne der Ortschaft sein, dass mit dem Gebäude etwas passiert“, so Gemeinderat Ronny Kroll (Freie Wähler).