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Heinz Eggert erhält Sachsens Verdienstorden

Der Oybiner und frühere Innenminister ist für sein politisches Engagement ausgezeichnet worden. Er hat überlegt, ob er den Preis überhaupt annehmen soll.

© Matthias Rietschel

Von Holger Gutte

Oybin. Zwölf Bürger haben in der Schlosskapelle des Dresdner Residenzschlosses am Mittwoch aus den Händen von Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) den Verdienstorden des Freistaates Sachsen erhalten. Zu ihnen gehört der Oybiner Heinz Eggert. „Er hat sich vor, während und nach der Friedlichen Revolution für Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit stark gemacht“, heißt es in der Begründung. Zu DDR-Zeiten ist er wegen seines kritischen Verhaltens gegenüber den Machthabern ins Visier der Stasi geraten. Und in der Wendezeit hat sich Eggert als Mitglied des Neuen Forums und des Runden Tisches engagiert, wurde Landrat und später Innenminister. Ehrenamtlich bringt er seit 2010 als Sterbebegleiter im Hospiz Herrnhut seine Fähigkeiten als Theologe ein und steht Sterbenden und deren Angehörigen zur Seite.

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Als Heinz Eggert das Schreiben für die Auszeichnungsveranstaltung in Dresden erhielt, hat er überlegt, ob er diese große Ehrung annimmt. „Wenn man sein eigenes Leben vor sich sieht, empfindet man es als selbstverständlich, zu DDR-Zeiten Verfolgten geholfen zu haben und jetzt im Hospiz Sterbebegleiter zu sein“, sagt er. Viele andere würden Ähnliches über sich sagen können. „Hätte ich es deswegen aber abgelehnt, wäre eine Diskussion darüber losgegangen“, schildert der 70-Jährige.

Heinz Eggert nimmt den Orden aber noch aus einem anderen Grund an. „50 Prozent des Sächsischen Verdienstordens hat meine Frau verdient. Ohne sie wäre das nicht möglich gewesen. Sie hat sich um die Familie gekümmert, wenn ich oft nicht da war“, sagt er. Freude kommt bei Sachsens Ex-Innenminister dann bei der Auszeichnung doch auf. Als er sieht, wer alles die Auszeichnung erhält, findet er es gut, dass ihr Engagement auf diese Weise gewürdigt wird. „Vielleicht ist das Ansporn für junge Leute ähnlich zu handeln“, sagt Heinz Eggert. Gesundheitlich geht es ihm wieder gut. Deshalb macht er im Hospiz in Herrnhut im Herbst mit der Sterbebegleitung weiter. Und auch im Präsidium der Fernsehakademie in Leipzig arbeitet er weiter mit. „Ich halte Vorlesungen, weil es wichtig ist, dass junge Talente in Sachsen ausgebildet werden“, meint er.