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Heiß auf die Insel

Deutschlands beste Speerwerfer können in Finnland einen besonderen Preis gewinnen. Es gibt nur einen kleinen Haken.

© dpa/Jan Woitas

Von Kristof Stühm

Johannes Vetter traute seinen Ohren nicht. „Ist das wirklich wahr? Eine Insel? Wie verrückt“, sagte der Speerwurf-Weltmeister, nachdem er von der Prämie beim Leichtathletik-Meeting am Dienstag in Turku gehört hatte. Auch Olympiasieger Thomas Röhler fragte lieber noch einmal genau nach. „Die Verbindung war nicht perfekt“, sagte er. Aber es stimmt.

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Den weltbesten Speerwerfern winkt bei den Paavo-Nurmi-Games im Süden Finnlands tatsächlich eine Insel – eine kleine zwar, aber immerhin. Das Eiland gehört zu dem etwa 20 000 kleine Inseln umfassenden Turku-Archipel. Röhler hofft, dass sie „groß genug ist, damit darauf eine Sauna passt.“ Doch die Sache hat einen Haken: Um das Eiland zu gewinnen, müssen sie weiter werfen als 93,09 Meter. Dort steht seit 1999 der finnische Rekord von Aki Parviainen. 93,09 Meter – das ist auch für Werfer wie den Dresdner Vetter und den Jenaer Röhler keine Leichtigkeit. Nur drei Männer haben bisher mit dem neuen Speer weiter geschmissen. Außer den beiden Deutschen war das Weltrekordler Jan Zelezny aus Tschechien mit 98,48 Metern. Röhler mit 93,90 Metern und Vetter mit seinem deutschen Rekord von 94,44 Metern hatten in 2017 neue Bestmarken aufgestellt. 2018 ging es bisher noch nicht so weit.

Wenn Röhler, Vetter und der Heidelberger Andreas Hofmann antreten, fliegen die Speere mittlerweile eigentlich immer über die magische Marke von 90 Metern. „Das scheint für viele fast schon zur Selbstverständlichkeit geworden zu sein“, sagte Röhler. „Aber das ist es keinesfalls.“ Auch die Insel wechselt nicht automatisch ihren Besitzer. „Wir reden über den finnischen Rekord. Er ist weiterhin eine Traumweite, wenn auch seit vergangenem Jahr in Reichweite“, sagte der 26-Jährige.

Röhler, Vetter und Hofmann – die Leistungsdichte der deutschen Speerwerfer ist fast schon beängstigend. Sie sind derzeit die Nummer eins bis drei der Welt. Vetter führt mit 92,70 Metern vor Hofmann mit 92,06 Metern und Röhler mit 91,78 Metern. Der WM-Zweite Jakub Vadlejch aus Tschechien hat über drei Meter Rückstand auf das deutsche Trio, das nach Turku besonders auch bei der Heim-Europameisterschaft vom 7. bis zum 12. August in Berlin auftrumpfen will. Auf dem Weg dorthin belebt Konkurrenz das Geschäft. „Jeder ist schlagbar“, sagte Hofmann – und meinte damit wohl vor allem Röhler und Vetter. Auch er will die Insel. (sid)