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Bischofswerda

Heißer August toppt „Jahrhundertsommer“

Der meteorologische Sommer von Juni bis August 2019 ist Geschichte. Doch ein Rekord aus dem Jahr 2006 wurde auch in diesem Jahr nicht gebrochen.

„Kaum zu glauben, doch durch die letzten Augusttage ist der Jahrhundertsommer von 2018 in diesem Jahr noch übertroffen worden“, sagt der Goldbacher Hobby-Meteorologe Dietmar Pscheidt.
„Kaum zu glauben, doch durch die letzten Augusttage ist der Jahrhundertsommer von 2018 in diesem Jahr noch übertroffen worden“, sagt der Goldbacher Hobby-Meteorologe Dietmar Pscheidt. © Archivfoto: Steffen Unger

Goldbach. Mit dem September halten die ersten Vorboten des Herbstes Einzug. Mit der tropischen Hitze ist es vorbei. Die Temperaturen erreichen zur Wochenmitte wahrscheinlich noch einmal Werte von angenehmen reichlich 20 Grad, ehe sie zum Wochenende – in Bischofswerda Herbstmarkt und Tag der offenen Hinterhöfe – aus jetziger Sicht wohl unter der 20 Grad-Marke bleiben werden. Für die erste September-Dekade sagen die Wetterexperten unbeständiges Wetter voraus.

Der meteorologische Sommer, der am 31. August zu Ende ging, gab in den letzten Tagen noch mal alles. „Kaum zu glauben, doch durch die letzten Augusttage ist der Jahrhundertsommer von 2018 in diesem Jahr noch übertroffen worden“, sagt der Goldbacher Hobby-Meteorologe Dietmar Pscheidt. Der Sommerwert von 19,6 Grad Celsius liegt nun über dem der Jahre 2018 und 2003.

Der Garten ruft

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Obwohl die wärmste Jahreszeit wechselhafter als der „Jahrhundertsommer“ des Vorjahres war, lagen alle Monatsmittel über den langjährigen Werten, die nun schon in der Statistik des Goldbachers über 24 Jahre zurückreichen. Ganz auffällig der Juni mit einem hohen Wert von 20,3 Grad. „Es ist der mit Abstand wärmste Juni meiner Aufzeichnungen (plus 3,4 Grad)“, resümiert Dietmar Pscheidt. Kurios, der in den Medien als weltweit heißester Monat aller Zeiten ausgewiesene Juli lag in seinen Messungen nur an dritter Stelle der drei Sommermonate.

Zu wenig Regen

Leider brachte das wechselhafte Wetter nicht den erhofften Niederschlagsausgleich, zumindest flächendeckend für den Norden und Osten der Republik. Die trockenen Böden führten in diesem Jahr ebenfalls zu Ernteverlusten, wenn auch nicht so dramatisch wie im vergangenen Jahr. Im meteorologischen Sommer 2019 vom 1. Juni bis 31. August ist zu wenig Niederschlag in den drei sehr warmen, zum Teil heißen Monaten gefallen. Für den Rekordmonat Juni wurden in Goldbach nur 43 Millimeter – das entspricht 54 Prozent der Durchschnittsmenge – registriert. In der Zeit vom 13. Juni bis zum 11. Juli fielen nur zehn Millimeter Regen, das waren zehn Liter auf den Quadratmeter. Zu wenig für Landwirte und Kleingärtner. „Die Böden sind ab einer bestimmten Tiefe trocken und steinhart geworden. Ein gleichmäßiger Regen wäre absolut wünschenswert. Bei Starkregenfällen sind die versiegelten Flächen und Einfahrten von Nachteil, weil sie den Abfluss beschleunigen“, sagt Dietmar Pscheidt.

Es lohnt sich ein Vergleich der beiden sehr heißen Sommer der Jahre 2018 und 2019. Einen außergewöhnlichen „Temperaturkracher“ gab es im ländlichen Bereich rund um Bischofswerda in diesem Jahr nicht. Die 33 Grad Celsius – in Oberlausitzer Städten vielleicht bis 36 Grad – vom 26. Juni waren der höchste Sommerwert. Neue Deutschlandrekorde um die 40 Grad wurden im Juli im Westen Deutschlands ermittelt. Die Wetterlagen waren in diesem Sommer abwechslungsreicher. Angenehm die kühleren Phasen vom 2. bis 19. Juli und vom 12. bis 23. August. Interessant: 2018 waren der August der mit einem Monatswert von 20,6 Grad und 2019 der Juni mit 20,3 Grad der jeweils heißeste Monat. Je 20 Sommertage (Temperatur bei oder über 25 Grad) bestätigen die hohen Werte. Unerreicht bleibt jedoch der heiße Juli 2006 mit einem Mittelwert von 22,6 Grad. Damals gab es 14 heiße Tage, an denen die Temperatur bei 30 Grad oder darüber lag. Zugleich fiel nur ein Millimeter Regen. (SZ)