Partner im RedaktionsNetzwerk Deutschland
Merken

Heißer Sandstein zum Steenbrecherfest

Die Gemeinde Lohmen hatte zum Steenbrecherfest eingeladen. Schattenplätze wurden bevorzugt und waren rar.

Teilen
Folgen
NEU!
© Marko Förster

Von Anja Weber

Lohmen. Wie mussten sich wohl früher die „Steenbrecher“ bei Lohmen gefühlt haben. Fast 30 Grad, Sonne pur, splitterndes Gestein und Schweiß am ganzen Körper. Am Wochenende konnten die Besucher des Steenbrecherfestes in Lohmen diese Situation nachempfinden. Fast.

Denn einige Schattenplätze gab es, und wer da einen ergattert hatte, verließ ihn auch so schnell nicht wieder. Im Schlosshof hatte der Bildhauer Peter Fiedler aus Moritzburg seinen Stand in der prallen Sonne. Jede Menge kleiner und großer Steinplatten hat er hinter sich stehen und vor allem viel Werkzeug mit. Bei ihm konnten Kinder und Erwachsene eigene Motive erst auf den Stein malen und dann filigran aushämmern.

Arwed nutzt die Chance und beginnt mit einer Blume. Das ist nicht ganz einfach. Der Meister zeigt es ihm, und schon legt der Achtjährige los. Peter Fiedler wischt sich indessen den wer weiß wievielten Schweißtropfen von der Stirn. „Es ist heute wie auf einer ägyptischen Großbaustelle“, scherzt er. Er ist das zweite Mal in Lohmen dabei. Im vergangenen Jahr seien die Steinplatten alle schnell verbraucht worden, so groß sei die Nachfrage gewesen. Er selbst geht mit seiner Frau auch an Schulen, um den Schülern zu zeigen, wie aus Stein oder Holz eine Skulptur entstehen kann. Schließlich braucht die Branche Nachwuchs. Und vielleicht findet sich ja der auch in Lohmen, auch wenn das Bearbeiten des Materials tatsächlich eine schweißtreibende Angelegenheit ist.

Arwed jedenfalls überlässt die dann doch lieber seinem Vater. An den Ständen gegenüber ist es etwas schattiger. Dort werden Buchstaben aus Steinplatten herausgearbeitet. Am Ende soll der Orts- und der Festname daraus werden. Insgesamt 16 Buchstaben werden es sein. Die Idee dazu hatte der Rathewalder Jürgen Schäfer. Und die Gemeinde Lohmen fand das große Klasse. Schließlich kann sie dann auf einen Schriftzug verweisen, an dem ganz viele Menschen mitgearbeitet haben. Zumindest am Sonnabend schafften sich viele Helfer. Sechs Platten standen für sie zur Verfügung. Einige nutzten vorher die Möglichkeit zu probieren, andere legten gleich los, wie Harald Sommer. „Bei der Hitze wird nicht lange gefackelt. Da geht es los. Wird schon klappen“, sagt er. Nach ein paar Minuten die erste Pause und die Frage an seine Frau „Renate, willst Du auch mal?“ Doch sie will nicht. „Arbeiten kann mein Mann. Ich schaue mir hier lieber alles an, weil wir zum ersten Mal hier sind. Ich finde, dass es eine schöne Idee ist, hier ein solches traditionelles Fest mit vielen Mitmach-Angeboten auszurichten“, sagt sie.

Direkt daneben dürfen die Kinder ein kleines Geschenk oder Andenken selbst herstellen. Aus einer Sandsteinplatte können sie unter Anleitung ein Stück herausbohren. Und fertig ist ein Sandsteinleuchter. Das allerdings geht nicht ganz so schnell, denn der Bohrer muss behutsam geführt werden. Dann naht Abkühlung in Form großer Schläuche. Die Lohmener Feuerwehr bereitet alles für den Löschangriff vor. Zum Fest bereits eine Tradition.

Und wem die Hitze nicht zu viel wurde, konnte sich rund um das Schloss den Nachmittag vertreiben oder auch einen Blick in den kühlen Schlosskeller und in die neue Ausstellung werfen oder eines der vielen anderen Angebote zum diesjährigen Steenbrecherfest in Lohmen nutzen.