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Heißer Sommer bringt die Döbelner zum Schwitzen

Mehr als 30 Grad zeigt das Thermometer. Mit verschiedenen Strategien wird dem Wetter getrotzt.

© André Braun

Von Verena Toth

Döbeln. Es ist noch nicht einmal 10 Uhr vormittags und das Thermometer zeigt bereits 27 Grad Celsius an, am frühen Nachmittag steigt die Temperatur in Döbeln locker über die 30-Grad-Marke. Die Hitzewelle hat wie angekündigt die Region erreicht.

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Die Hitze in Döbeln

Claudia Mühlfeld von der Bäckerei-Filiale Möbius kühlt sich am Ventilator ab.
Claudia Mühlfeld von der Bäckerei-Filiale Möbius kühlt sich am Ventilator ab.
Richard Leichsenring (7) und Oma Gisela Schöne genießen eine Riesenportion Eis.
Richard Leichsenring (7) und Oma Gisela Schöne genießen eine Riesenportion Eis.
Petra Scholten (Gartenbaubetrieb Beyer) schwört auf ein nasses Tuch im Nacken.
Petra Scholten (Gartenbaubetrieb Beyer) schwört auf ein nasses Tuch im Nacken.
Lagermeister Herbert Lommtzscher muss es bei mehr als 30 Grad im Getreidelager aushalten.
Lagermeister Herbert Lommtzscher muss es bei mehr als 30 Grad im Getreidelager aushalten.
Der Döbelner René Schmidt taucht seine Mütze ins Brunnenwasser.
Der Döbelner René Schmidt taucht seine Mütze ins Brunnenwasser.

Ferienkinder und Urlauber freuen sich über den Traumsommer. So wie der siebenjährige Döbelner Richard Leichsenring, der den Tag mit seiner Oma Gisela Schöne verbringt. „Am Vormittag waren wir im Kino, da ist es gut klimatisiert. Nachmittags gehen wir ins Freibad nach Gebersbach“, erzählt der Schüler. Zwischendrin genehmigen sich die beiden eine Riesenportion Eis. „So kann man den Sommer gut aushalten“, sagt die Waldheimerin und lacht.

Für alle diejenigen, die die freie Zeit noch vor oder schon hinter sich haben, und trotz tropischer Temperaturen ihrer Arbeit nachgehen müssen, heißt es vor allem: viel trinken. „Drei bis vier Wasserflaschen sind es am Tag ganz bestimmt“, berichtet Herbert Lommtzscher. Der Arbeitsplatz des Lagermeisters der Grünlichtenberger Agrargenossenschaft ist die riesige Getreidehalle in Reichenbach. Dort wird im Stundentakt das geerntete Getreide angeliefert. „Das Korn kommt direkt vom Feld und hat die Wärme gespeichert“, berichtet er. In der Halle herrschen mindestens 30 Grad. Obwohl die Hitze den Lagermeister besonders anstrengt, sei das Wetter für die Ernte derzeit perfekt. „Wir müssen das Korn nicht trocknen, es kann gleich so gelagert werden“, erklärt er. Bis zu 10 000 Tonnen passen in die große Halle.

Am späten Mittag ist der Wochenmarkt in Döbeln beinahe wie leer gefegt. „Die Leute kommen bei diesen Temperaturen eher morgens, um ihre Einkäufe zu erledigen“, erklärt Petra Scholten vom Gartenbaubetrieb Beyer in Großweitzschen. Sie ist regelmäßig mit ihrem Obst- und Gemüsestand auf den Wochenmärkten unterwegs. Für ihre frische Ware seien diese Temperaturen nicht gerade günstig, sagt sie. „Auch für Gurke und Paprika ist das einfach zu heiß. Besonders die Kräuter leiden bei der Hitze.“ Sie selbst halte sich mit einem feuchten Handtuch im Nacken frisch. Und wegen der Hitze macht sie früher Feierabend.

Bryan Brückner, von der Sunrise Event Agentur Geringswalde, steht auf dem Döbelner Markt tapfer von früh bis spät an seinem Würstchengrill. Der heizt auf gute 200 Grad, damit die Roster auch knackig braun werden. „Es sind zwar bei der Hitze etwas weniger Kunden da, aber Würstchenappetit haben trotzdem noch viele“, bestätigt er. Obwohl auch bei ihm die Schweißperlen auf der Stirn stehen, mag er den Sommer und diese Wärme lieber als den Winter. „Kalte Füße im Winter sind viel schlimmer“, sagt er.

Claudia Mühlfeld, Verkäuferin in der Döbelner Filiale der Bäckerei Möbius, hat gute Laune. „Es ist superschönes Wetter, ich genieße es“, freut sie sich. Auch wenn der Ofen, in dem täglich etwa
300 Brötchen gebacken werden, die Temperaturen im Verkaufsraum zusätzlich in die Höhe treibt, behält sie einen kühlen Kopf. „Wir haben einen Ventilator und außerdem immer genügend Wasser zu trinken. Dafür sorgt der Chef“, berichtet sie.