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Helfer retten Kindertag im Irrgarten

Nach dem Unwetter am Mittwoch stand der Schlamm im Irrgarten Kleinwelka bis zu 20 Zentimeter hoch. Nachbarn und Freiwillige packten mit an.

© Steffen Unger

Von Kerstin Fiedler

Bautzen. Sie haben es im Radio gehört oder online gelesen. Dann haben sie sich auf den Weg in den Irrgarten Kleinwelka gemacht, um den Schlammmassen zu Leibe zu rücken: Freiwillige Helfer sorgten am Freitag dafür, dass die Wege im Labyrinth wieder passierbar sind. Bis zu 20 Zentimer hoch stand dort nach dem Gewitter am Mittwoch der Schlamm. Chefin Regina Frenzel startete einen Hilferuf: Denn zum Kindertag am Freitag hatten sich schon Gruppen im Irrgarten angemeldet.

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Zwischen den einzelnen Gängen des Irrgartens lag dicker Schlamm.
Zwischen den einzelnen Gängen des Irrgartens lag dicker Schlamm. © privat

Carolin Keller ist Abiturientin des Melanchthon-Gymnasiums Bautzen. Ihre Mutti hatte bei SZ-Online gelesen, dass Helfer gesucht werden. „Und weil ich ja gerade frei habe und die Prüfungen durch sind, bin ich eben her gefahren“, sagt die 18-Jährige. Sie schaufelt in den Reihen des Labyrinths den Schlamm weg und harkt dann neues Material breit, um die ausgewaschenen Rillen zu füllen. Im vergangenen Jahr haben die Abiturienten ihres Jahrgangs bei den Geisternächten im Irrgarten gearbeitet, um Geld für den Abi-Ball zu verdienen. Nun kann sie die Hilfe zurückgeben.

Auch Anna-Maria Danzeisen hatte vom Hilferuf gehört. „Ich kann mir meine Arbeit als Maklerin einteilen und habe eigentlich freitags Sport“, sagt sie. Und Schlamm wegschaufeln sei ja auch wie Sport, lacht sie mit von der Anstrengung und der Wärme gerötetem Gesicht. Ihre Motivation ist einfach: „Ich war als Kind öfter im Irrgarten. Und nun möchte ich, dass auch mein Kind einmal hier durchgehen kann.

Auch Firmen halfen

Aus dem Berufsbildungszentrum kamen sechs Leute zur Unterstützung.

Auch die Mitarbeiter des Irrgartens selbst packten kräftig an. Matthias Böhme war schon seit 5.45 Uhr vor Ort. Er fährt mit einem Mini-Bagger den Schlamm weg. „Den habe ich von einem Nachbarn bekommen“, sagt Böhme. Dieser Nachbar ist die Firma Medionic, die gerade ihren Umzug von Großbrösern nach Kleinwelka vorbereitet. Von der dortigen Baustelle konnte er sich den Bagger holen. Splitt und Mineralgemisch hat die Firma Miersch aus Salzenforst gesponsert. Somit konnten zunächst der Parkplatz und der Eingangsbereich befestigt werden, dann wird das Material mit der Schubkarre auf die gefurchten Wege im Labyrinth gebracht.

Dank der Mitarbeit von etwa 15 zusätzlichen Helfern war der Kindertagsnachmittag gerettet. Gegen 13 Uhr waren die gröbsten Schäden beseitigt, die Wege im Labyrinth wieder begehbar. Nun hoffen alle, dass das Wetter der nächsten Tage hält.