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Weniger Arbeitslose in Sachsen

Volle Auftragsbücher und der Ausbildungsbeginn lassen die Arbeitslosigkeit in Sachsen weiter sinken. Doch der Chef der Arbeitsagentur warnt vor zu großer Euphorie.

© dpa

Chemnitz. Die Herbstbelebung in der Wirtschaft sorgt für einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit in Sachsen. Im September waren 130 600 Frauen und Männer bei der Arbeitsagentur ohne Job gemeldet. Im Vergleich zum August sei das ein Rückgang um 3600 und im Vergleich zum Vorjahresmonat um 15 700, teilte die Regionaldirektion Sachsen am Freitag in Chemnitz mit. Damit habe die Arbeitslosigkeit ihr bisher geringstes Niveau erreicht.

Die Arbeitslosenquote lag im September bei 6,2 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr sank sie um 0,7 Punkte. Bei den ausländischen Staatsbürgern lag die Quote bei 21,7 Prozent, 3,4 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr, wie die Agentur weiter mitteilte.

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„Dennoch warne ich vor zu großer Euphorie“, sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit. Die großen Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt stünden noch bevor. Demografie und Digitalisierung werden nach seinen Worten den Arbeitsmarkt spürbar verändern und den Druck auf die Sicherung von Fachkräften weiter erhöhen. „Wir sind Teil der Lösung und unsere Antwort ist Bildung“, so Hansen.

Derzeit sind den Angaben zufolge in den sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern fast 38 400 freie Stellen gemeldet. Das sind gut 5000 mehr als noch vor einem Jahr. Die meisten freien Stellen gibt es im Bereich der Zeitarbeit (12 965). Einen hohen Bedarf haben auch Betriebe aus dem Verarbeitenden Gewerbe (5113) und dem Gesundheits- und Sozialwesen (3380).

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) begrüßte die Entwicklung am Arbeitsmarkt. „Das stärkt auch die Position der Arbeitnehmer bei Verhandlungen um Gehalt und Arbeitsbedingungen“, sagte er. Es müsse allen klar sein, das Arbeitnehmer keine Bittsteller, sondern Säulen des wirtschaftlichen Erfolges seien. (dpa)