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Herrnhuter halten Ex-Dürninger-Laden die Treue

Nach dem Neustart ist Unternehmer Hendrik Förster zufrieden. Um seinen Markt zu sichern, sammelt er weitere Ideen.

© Matthias Weber

Von Anja Beutler

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Herrnhut. Ein Vierteljahr ist noch keine Zeitspanne, in der man über Wohl und Wehe eines Geschäftes urteilen könnte. Erste Hinweise, wie sich die Sache anlässt, kann man aber schon ablesen, findet auch Hendrik Förster. Der neue Inhaber des Lebensmittelladens in der Herrnhuter Dürningerstraße ist bislang auch durchaus zufrieden mit dem Stand der Dinge. „Der Laden wird nach wie vor ganz gut angenommen und wir haben inzwischen auch eine Zusammenarbeit mit der Diakonie begonnen“, sagt der neuen Chef des einstigen Dürninger-Geschäfts.

Die Kooperation mit der Diakonie ist keine neue Idee, sie war ohnehin geplant, zu einem Versuch unter der Flagge der Abraham Dürniger GmbH, die zuvor den Lebensmittelladen betrieben hat, war es aber nicht mehr gekommen. Nun hilft die neue Allianz durchaus auch wirtschaften: Denn die Wohngruppe für Menschen mit Behinderung der Herrnhuter Diakonie hat seit Januar dieses Jahres weitgehend auf Selbstversorgung umgestellt. Die insgesamt 63 Bewohner gehen also nun für Frühstück und Abendbrot selbst einkaufen – vorrangig im Laden von Hendrik Förster. Hinzu kommen noch Bäcker- und Fleischerbesuche. „Größere und schwerere Waren, wie die Milchpackungen oder andere Getränke, liefert uns Herr Förster an“, erklärt Peter Tasche, Bereichsleiter Wohnen bei der Diakonie. Mit dem neuen Modell sei es viel einfacher, Selbstständigkeit und Selbstbestimmung sowie eine bessere Kostenkontrolle zu trainieren. „Wir würden das gern beibehalten“, betont Peter Tasche, denn aus seiner Sicht liefe die Kooperation optimal, zumal Unternehmer Förster der Diakonie gerade bei den Lieferungen sehr entgegenkomme, betont er.

Auch Förster selbst kann sich das vorstellen. Was er sich aber bei der Eröffnung im November allerdings noch nicht träumen ließ, ist die Begeisterung, die sein Angebot an Elektrogeräten ausgelöst hat. In der Tat ist der Laden da einzige Geschäft in der Stadt, der vom Mixer über die Kaffeemaschine bis zur Waschmaschine alles anbietet – und auch den technischen Service übernimmt. „Das hat mich schon ein bisschen überrascht“, sagt Förster und lacht. Aber der Kaufmann hat flexibel reagiert und sein Sortiment erweitert: „Ich habe gelernt, dass die Herrnhuter offenbar gern backen und Kaffee trinken“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Dass die Elektronikwaren für die Wohngruppen ebenfalls interessant ist, bestätigt auch Peter Tasche: „Unsere Bewohner haben natürlich auch die technische Ausstattung, die üblich ist – wie beispielsweise Flachbildfernseher“, sagt er. Dass Hendrik Förster dazu auch die Kundenbetreuung mit dem Anschließen der Geräte sowie die Reparaturen übernehme, mache so manches leichter.

Ideen, wie er sein Geschäft erweitern könnte, hat der Kaufmann aus Bernstadt nach eigenen Angaben noch einige. „In den vergangenen Wochen hat uns allerdings die Grippe ein bisschen ausgebremst“, sagt er. Ohnehin will Förster nichts übereilen, will seinen Stand erst einmal festigen und hat hier und da noch Absprachen zu treffen. „Bislang haben die Herrnhuter dem Geschäft die Treue gehalten, es war offenbar kein Lippenbekenntnis“, sagt er mit Blick auf die Unterschriftenliste, die vor der Schließung des Ladens durch den langjährigen Betreiber zusammengekommen war. „Ich habe durchaus schon dankbare Anrufe erhalten“, sagt er.

Dass sich einige Herrnhuter an dem Anglizismus „City Shop“ stören, den Förster seit Jahren schon für sein Bernstädter Geschäft hat, stört ihn nicht so sehr. „Es wird auch weiterhin der Schriftzug Dürninger am Haus stehen bleiben“, sagt er. Weiter ausbauen will er auch seinen Lieferservice noch. Bislang bringt er bestellte Einkäufe vor allem in Herrnhut selbst und im Ortsteil Strahwalde an die Kunden ausgeliefert.