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Dresden

Herzinfarkt im Kopierraum - Was ist zu tun?

Sächsische.de-Redakteur Henry Berndt versucht, in medizinischen Notfällen richtig zu reagieren. Heute muss er einem Kollegen das Leben retten.

Wenn die Atmung aussetzt,  zählt jede Sekunde.
Wenn die Atmung aussetzt, zählt jede Sekunde. © Sven Ellger

Bei der Durchlaufprobe bekomme ich kaum das Grinsen aus dem Gesicht. Im Ernstfall wäre das mit großer Sicherheit anders. Aber bewertet werden soll ja glücklicherweise auch nicht die Qualität meines Laienschauspiels, sondern die Handlungen und Griffe. 

Dabei gilt die Grundregel: Irgendetwas tun ist immer besser, als gar nichts tun.  Wie toll wäre es erst, sogar das Richtige im richtigen Moment zu tun! Dafür sind allerdings Lehrgänge unerlässlich.

Das Deutsche Rote Kreuz unterstützt mich in dieser Woche mit authentischen Situationen, auf die ich reagieren muss. Außerdem geben mir die Ausbilder wichtige Hinweise, bis sie mich auf die - zum Glück kerngesunden - Patienten loslassen.

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Am Dienstag bekomme ich es mit dem Herzinfarkt eines Kollegen zu tun. Im Kopierraum im Haus der Presse greift er sich plötzlich an die Brust, wird kreidebleich und verkrampft. Nun sind Kopierer ja häufiger Mal Anlass für Wutanfälle, aber das sieht nach einem Notfall aus. Was soll ich tun?

Ich spreche ihn an, frage ihn, was er für ein Problem hat. Dann öffne ich seine enge Jacke, damit er besser Luft bekommt. In diesem Moment sackt er auch schon vor mir zusammen und ich kann ihn gerade so auffangen. Ich rufe laut um Hilfe.

Vorsichtig lege ich ihn auf den Boden. Anders, als gestern beim Autounfall, wähle ich jetzt sofort mit meinem Handy die 112 und beschreibe dem Rettungsdienst die Anfahrt.

Drückende und stechende Schmerzen in der Brust sind ein Alarmzeichen.
Drückende und stechende Schmerzen in der Brust sind ein Alarmzeichen. © Sven Ellger

Dann muss es schnell gehen. Ich mache den Brustkorb frei, der inzwischen einer Puppe gehört, die zum Glück einiges abkann. Dann heißt es: Herzdruckmassage.

30 Mal kräftig mittig auf den Brustkorb drücken, dann die Nase zuhalten und zwei Mal Luft in den Mund pusten. Dann wieder 30 Mal drücken. Für den richtigen Rhythmus soll man an "Stayin' Alive" oder "Atemlos durch die Nacht" denken, erfahre ich. Wahlweise auch "Last Christmas". Interessant.

Das Wechselspiel muss ich fortsetzen, bis die Rettungskräfte und idealerweise ein Arzt eintreffen. Auch dann mache ich solange weiter, bis mir jemand ein Zeichen gibt.

Hättet ihr's gewusst?

Für mich bleiben von diesem Tag zwei zentrale Erkenntnisse: 1. Mein Kollege Sandro sollte für den Oscar nominiert werden und 2. keine Theorie ersetzt das praktische Durchspielen von Notfallsituationen.

Am Mittwoch geht es für mich ins Wasser. Dann gilt es, eine Ertrinkenden zu retten. Ich bin mir sicher, auch dabei kann man eine Menge falsch machen...

Ausbilderin Ann-Katrin Kranz vom DRK gibt Henry Hilfestellung.
Ausbilderin Ann-Katrin Kranz vom DRK gibt Henry Hilfestellung. © Sven Ellger

Habt Ihr Hinweise oder Kritik zu meinen Challenges? Immer her damit an [email protected] oder übers Telefon unter 0351 48642234.