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Hetze am Fenster

Ein 85-jähriger Rentner bepöbelt ausländische Kinder in der Neustadt.

Seit mehr als einem Jahr soll ein Mann immer wieder gezielt Ausländer bepöbeln – aus dem Fenster seiner Wohnung im dritten Stock eines Hauses in der Förstereistraße. Das wurde nun am Rande eines Prozesses am Amtsgericht Dresden bekannt. Dort sollte sich der Rentner wegen Volksverhetzung verantworten.

Laut Staatsanwaltschaft beleidigte der Angeklagte an zwei Tagen Anfang April vergangenen Jahres dunkelhäutige Kinder, die auf der Straßenseite gegenüber spielten. „Ausländerschweine verschwindet“, soll er sie angeschrien haben, „Ausländergesindel“ und „Ausländerdreckspack“. Weil der Angeklagte nicht zu seinem Prozess erschien, beantragte der Staatsanwalt, den Mann Jahrgang 1930 per Strafbefehl zu einer Geldstrafe in Höhe von 3 600 Euro zu verurteilen.

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Zwei Zeugen berichteten, die Kinder hätten richtig Angst bekommen, als der Rentner sie angebrüllt habe. Bis heute würde der Mann im dritten Stock Ausländer vor dem Haus beleidigen. Die Nachbarn nannten mindestens sieben Fälle im vergangenen Jahr. Zweimal habe er „ihr verdammten Ausländerdrecksschweine“ auf die Straße gerufen. Die Männer machen sich Sorgen. „Im August wurden Eier gegen die Hausfassade geworfen.“ Die Aktion, sie vermuten es seien Türken gewesen, habe dem Angeklagten gegolten. Sie wollen nicht, dass der Konflikt eskaliert und noch andere Bewohner in Mitleidenschaft gezogen werden. Sie hätten zwar mit dem 85-Jährigen gesprochen, aber ihn nicht zum Aufhören bewegen können.

Akzeptiert der Angeklagte den Strafbefehl nicht, wird es doch zu einem Prozess kommen. Unklar ist, ob die Justiz auch im Falle der weiteren Taten ermittelt. (SZ/lex)