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Heute Wüste, morgen Spielparadies

Im christlichen Kindergarten arbeiten gerade die Bagger im Außengelände. Der Garten soll im November fertig sein.

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© Klaus-Dieter Brühl

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Großenhain. Manchmal, wenn es gar zu staubig und laut wird, wünschen sich die Erzieher und Kinder des Kindergartens St. Katharina, es wäre schon geschafft. Doch die Umgestaltung ihres Gartens hat gerade erst begonnen. Nachdem Eltern und Mitglieder der katholischen Kirchgemeinde halfen, Spielgeräte abzubauen und Sträucher umzupflanzen, beherrschen nun Bagger das Gelände. Die Kinder können nur zuschauen und staunen. Glücklicherweise ist ein Stück Hof schon neu gepflastert worden. Und ein Sandkasten wurde umgesetzt. So können die Steppkes trotzdem draußen spielen – gerade bei dem schönen Wetter. „Wir sind nun auch oft im Pfarrgarten an der Kirche, am Landratsamt oder im Stadtpark“, erzählt Kindergartenleiterin Ulrike Vogt.

Schon lange war das Projekt „Naturnaher Garten“ in Vorbereitung. Ein großes Spielgerät hatte nach 20 Jahren seine Lebensdauer erreicht. Andere Elemente wie das Schaukelgerüst oder die Matschanlage waren vom Tüv immer wieder beanstandet worden. So lag schon 2014 ein fertiges Umbauprojekt vor, der Kindergarten begann, sich um die Finanzierung zu kümmern.

Land gab keine Zuschüsse

Reichlich 100 000 Euro kostet die Gartenneugestaltung, die von der Meißner Firma Baustein ausgeführt wird. Die Planung besorgten Dresdner Landschaftsarchitekten. „Die Geldbeschaffung hat uns sehr viel Nerven gekostet“, sagt Ulrike Vogt. Lange wartete die Einrichtung auf einen Landes- bzw. Kreiszuschuss: vergeblich. Am Ende teilten sich die Stadt mit einem Drittel und das katholische Bistum einschließlich Eigenanteil mit zwei Dritteln die Kosten. Die Einrichtung hatte auf vielfältige Weise Spenden eingesammelt und tut es noch. Nun also ging es los – im November soll alles fertig sein. Die Sandbereiche und der als kleine Bühne gestaltete Hügel werden modelliert, es wird neue Fahrwege für die Roller und Tretautos geben. Auch neuer Mutterboden für den Rasen wurde angeliefert.

Um die Kinder auf die Baustelle vorzubereiten, ging Leiterin Vogt mit einer Handpuppe, einem Raben, von Gruppe zu Gruppe. Sie erklärte, was es mit den anstehenden Arbeiten auf sich hat. Die Kinder durften sich die Planung ansehen, und als die Arbeiten begannen, wurden Podeste unter die Fenster geschoben, damit die Kleinen nach draußen gucken konnten. „Wir hatten die Kinder ja auch um Vorschläge gebeten, wie sie sich ihren Außenbereich wünschen“, so die Leiterin.

Danke für Geld von der Stadt

Nun ist die Gartengestaltung also auf der Zielgeraden, und der christliche Kindergarten denkt mit Dankbarkeit an alle, die das Projekt finanziell unterstützen. „Wenn wir mutlos waren, haben sie uns gesagt: Macht weiter, das wird“, so die Erzieherinnen. Vor allem die Geldzusage der Stadt habe ihr den Rücken gestärkt, gibt Ulrike Vogt zu. Die Einweihung des neuen Außengeländes wird die Kita St. Katharina aber wohl erst im neuen Jahr feiern. Dann, wenn Staub und Lärm längst Geschichte sind.